TV-Koch Johann Lafer (68) lebt mit einer unheilbaren Form von Lymphdrüsenkrebs und hat sich vor einigen Monaten entschieden, seine Diagnose öffentlich zu machen. Er erklärte, warum dieser Schritt für ihn notwendig war: In seinem Umfeld seien die Veränderungen längst aufgefallen, und die Fragen hätten zugenommen.
Johann Lafer wird mittlerweile nicht mehr erkannt
Laut Focus sagte er: „Es musste schnell gehen, weil meine Mitarbeiter und meine Familie ständig konfrontiert wurden: Was ist denn mit dem Lafer los?“ Auch Spekulationen über eine Midlife-Crisis oder andere private Gründe habe es gegeben. Für Lafer war klar, dass Offenheit in dieser Situation der richtige Weg ist.
Die Krankheit blieb auch äußerlich nicht ohne Folgen. Besonders auffällig: Sein Schnurrbart, über viele Jahre ein festes Markenzeichen, ist verschwunden. Vermissen will Johann Lafer ihn nach eigener Aussage nicht, denn der neue Look bringe ihm sogar Vorteile. Ohne Bart und mit Mütze werde er inzwischen oft nicht erkannt.
Das verschaffe ihm Freiräume, die er früher kaum hatte. Im Alltag könne er sich dadurch anders bewegen und spontaner entscheiden. Gerade für jemanden, der seit Jahren im Rampenlicht steht, ist diese neue Form der Unauffälligkeit offenbar eine spürbare Veränderung.
Johann Lafer genießt neue Freiheit auf dem Flohmarkt
Wie sich das konkret anfühlt, schilderte der Gastronom mit einer Szene aus Hamburg. Als großer Trödelfan habe er dort stundenlang über einen Flohmarkt gehen können, ohne sofort erkannt zu werden. Nur eine Person habe ihn auf seine Stimme angesprochen.
Selbst beim Feilschen habe ihm die neue Anonymität geholfen, weil er sich das früher kaum erlaubt hätte. Johann Lafer beschrieb damit auch, wie fest das Bild war, das viele Menschen von ihm hatten. Ganz auf seinen Bart verzichten will er dennoch nicht, er soll also nicht für immer verschwunden bleiben.
Chemotherapie traf Johann Lafers Geschmackssinn
Besonders hart traf den Koch jedoch eine andere Folge der Chemotherapie. „Anfangs verlor ich meine Kernkompetenz – den Geschmack“, so Johann Lafer laut tvspielfilm.de. Für einen Mann, dessen Beruf und Leidenschaft eng mit Essen verbunden sind, war das ein tiefer Einschnitt. Zeitweise habe er zudem nichts essen können.
Inzwischen habe sich sein Zustand gebessert, viele Nebenwirkungen seien schwächer geworden. Auch der Geschmackssinn sei zurückgekehrt. Bei Verkostungen könne er bereits wieder fein unterscheiden, ob etwas etwa zu salzig sei. Für seine Arbeit bedeutet das viel.
Johann Lafer zieht persönliche Lehren aus der Krankheit
Neben den körperlichen Folgen beschäftigt Johann Lafer auch die Frage, wie sehr sein bisheriges Leben ihn geprägt hat. Wie Gala berichtet, denkt er darüber nach, ob jahrelanges Arbeiten unter Druck, zu wenig Pausen und das ständige Funktionieren ihren Anteil gehabt haben könnten.
Die Diagnose habe ihn gezwungen, alte Muster zu hinterfragen. Heute setze er stärker Grenzen und sage auch ab, wenn es nicht gehe. Dazu kam eine große persönliche Angst: Er fürchtete, seine Kinder könnten sich abwenden. Umso wichtiger scheint ihm nun ein Alltag, in dem nicht nur Leistung zählt.