Die Nachricht vom Tod von Talay Riley trifft Fans, Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen. Der britische Singer-Songwriter, der auch unter seinem bürgerlichen Namen Mark Orabiyi geführt wurde, starb nach einem Messerangriff in London im Alter von 35 Jahren. Riley schrieb Songs für internationale Größen wie Dua Lipa, Britney Spears, H.E.R., Khalid und Nick Jonas und prägte damit den Sound zahlreicher Pop- und R&B-Veröffentlichungen. Sein Tod reißt eine Lücke in eine Karriere, die zuletzt noch neue Projekte und weitere Musik erwarten ließ.
Talay Riley stirbt nach Angriff in London
Wie n-tv berichtet, wurde Riley am Freitagmorgen gegen 9 Uhr mit Stichwunden im Garten eines Wohnhauses im Osten der britischen Hauptstadt gefunden. Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen. Ein weiterer Mann in seinen Zwanzigern wurde bei dem Vorfall ebenfalls verletzt, seine Verletzungen galten laut Polizei jedoch nicht als lebensbedrohlich. Die Londoner Metropolitan Police ermittelt wegen Mordes. Noch am selben Tag wurden drei Personen festgenommen. Ein 27-Jähriger kam gegen Kaution frei, zwei weitere Verdächtige wurden nach Vernehmungen ohne weitere Maßnahmen entlassen.
Talay Riley schrieb Hits für Dua Lipa und H.E.R.
Seinen Durchbruch schaffte der Songwriter 2009 an der Seite des Grime-Künstlers Chip. Riley war an mehreren Titeln des Albums „I Am Chipmunk“ beteiligt, darunter „Look for Me“, das es in die britischen Charts schaffte. Später veröffentlichte er mit „Make You Mine“ auch einen eigenen kleineren Hit. Den größten Erfolg feierte er jedoch als Autor für andere Acts. Zu seinen bekanntesten Credits zählen Dua Lipas „Last Dance“, Britney Spears’ „Clumsy“, Khalids „Young Dumb & Broke“, Jessie Js „Who’s Laughing Now“, Jason Derulos „If It Ain’t Love“ und Nick Jonas’ „Levels“.
Bruder Michael Orabiyi trauert öffentlich
Besonders nah gehen die Reaktionen aus dem engsten Umfeld. Sein Bruder Michael Orabiyi, selbst Songwriter unter dem Namen Scribz Riley, verabschiedete sich mit persönlichen Worten in den sozialen Medien.
„Er hatte eines der reinsten Herzen, die ich je kennengelernt habe. Er liebte tief, gab großzügig und berührte unzählige Menschen durch sein Talent, seine Güte und seinen Geist“, so Michael Orabiyi laut Aol. Auch Familie und Management bestätigten den Tod. In ihrem Statement würdigten sie nicht nur sein musikalisches Können, sondern auch seinen Humor, seine Großzügigkeit und seine besondere Präsenz.
Neue Musik war offenbar bereits in Planung
Rileys Laufbahn war auch in den vergangenen Jahren aktiv und vielseitig. Er arbeitete an Projekten von Paloma Faith, Kelela, Kehlani und der britischen Girlgroup Flo, für deren Debütalbum er sogar eine weitere Grammy-Nominierung erhielt. Nach Angaben von Rollingstone deuteten seine jüngsten Social-Media-Beiträge zudem darauf hin, dass ein neues eigenes Album kurz vor der Veröffentlichung stehen könnte. Unter den öffentlichen Beileidsbekundungen fanden sich Namen wie Stormzy, Khalid, Ella Mai und Kehlani. Viele würdigten damit einen Künstler, dessen Einfluss weit über die Songs hinausging, die seinen Namen im Kleingedruckten trugen.