Die groß beworbene Dokumentation „Melania“ über First Lady Melania Trump sollte ein Prestigeprojekt für Amazon MGM Studios werden – doch der Kinostart in Großbritannien fällt mehr als ernüchternd aus. Während Präsident Donald Trump die Produktion auf seiner Plattform Truth Social als „Pflichtfilm“ anpreist und von rasantem Ticketverkauf spricht, sieht die Realität in einem Londoner Kino ganz anders aus.
Bei der Premiere im Vue-Kino in Islington am Freitagnachmittag erschien laut „Mirror“ nur eine einzige Person. Auch spätere Vorstellungen zeigen bislang kaum Publikum, obwohl der Film mit einem enormen Produktions- und Marketingbudget ausgestattet wurde.
Melania-Trump-Film startet vor fast leerem Saal
Die erste Vorstellung im Vue-Kino in Islington lief um 15.10 Uhr – und nur ein Ticket wurde verkauft. Die spätere 18-Uhr-Vorführung schnitt nur minimal besser ab und lockte zwei Besucher an. Künftige Screenings sind in einem kleinen Saal mit nur 25 Plätzen angesetzt, doch auch dort bleibt das Interesse laut Branchenstimmen gering.
Vue-Chef Tim Richards sprach gegenüber dem „Guardian“ von bislang „verhaltenen“ Verkäufen für die Melania-Trump-Dokumentation. Ein Brancheninsider vermutet sogar, dass die Verleiher auf sogenanntes „Four-Walling“ setzen, also Kinos für Vorführungen bezahlen, um den Film überhaupt auf die Leinwand zu bringen.
Millionenbudget für Doku über 20 Tage im Weißen Haus
Die Hochglanz-Dokumentation soll für Amazon MGM Studios rund 40 Millionen Dollar gekostet haben, dazu kommt ein Marketingetat (35 Millionen Dollar) im Bereich eines kleineren Spielfilms. Gedreht wurde während der 20 Tage vor Donald Trumps geplanter Amtseinführung 2025.
In einem Promo-Text heißt es: „Treten Sie ein in Melania Trumps Welt, während sie die Planungen zur Amtseinführung koordiniert, die komplexe Übergabe im Weißen Haus meistert und ihre Familie zurück in die Hauptstadt bringt.“ Weiter wird versprochen, der Film zeige exklusive Aufnahmen „wichtiger Meetings, privater Gespräche und bisher unbekannter Räume“ und präsentiere Melania Trumps Rückkehr in eine der einflussreichsten Rollen der Welt.
Keine Kritiker-Vorführungen, dafür VIP-Screening im Weißen Haus
Auffällig ist, dass die Produktion vorab nicht für Filmkritiker gezeigt wurde. Stattdessen organisierten Regisseur Brett Ratner und die First Lady ein privates Screening im East Room des Weißen Hauses. Donald Trump teilte anschließend mehrere Fotos eines angeblich prominent besetzten Saals und erklärte, der Film sei „UNBEDINGT sehenswert“ und Tickets würden „SCHNELL ausverkauft“. Während der Präsident also von einem vollen Haus schwärmt, zeichnen die Zahlen aus London ein anderes Bild.
Experten zweifeln an Prognosen für Kino-Start
Branchenanalysten von NRG hatten dem Film zum Start Einnahmen im mittleren einstelligen Millionenbereich vorausgesagt, doch Kinobetreiber zeigen sich angesichts der schleppenden Verkäufe skeptisch, berichtet der „Hollywood Reporter“.