Ralph Siegel (80) meldet sich mit einem neuen Ziel zurück: Der Münchner Komponist will 2027 noch einmal beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest antreten. Nach schweren gesundheitlichen Monaten ist der 80-Jährige wieder zu Hause.

Im Sommer hatte er im Krankenhaus gelegen, war in ein künstliches Koma versetzt worden und verlor fast seine gesamte Muskelkraft. In der Reha stürzte er mehrfach und brach sich den Fuß. Jetzt richtet sich der Blick wieder auf Musik und auf einen Wettbewerb, den seine Karriere über Jahrzehnte geprägt hat.

Ralph Siegel reichte Song für ESC-Vorentscheid ein

Für den deutschen ESC-Vorentscheid hat Siegel einen neuen Titel eingereicht, wie das Portal Schlagerpuls berichtet. Die Bewerbung ging nach seinen Angaben kurz vor Ablauf der Frist am 21. September ein. Geplant ist der Antritt mit einer neuen Besetzung der von ihm gegründeten Gruppe Dschinghis Khan.

„Ich wünsche mir einfach nur, in der Vorentscheidung dabei zu sein“, sagte Ralph Siegel laut OK! Magazin. Den eingereichten Song beschrieb er andernorts als verhältnismäßig anspruchsvoll. Wer Deutschland 2027 vertreten wird, ist noch offen.

Dschinghis Khan soll in neuer Generation zurückkehren

Die Rückkehr der Gruppe hatte der Komponist schon zuvor angekündigt. Die „nächste Generation“ von Dschinghis Khan soll 2027 auf Deutschland-Tour gehen. Damit könnte der Name nicht nur auf der Bühne, sondern auch im ESC-Umfeld wieder auftauchen.

In den 80er-Jahren wurde die sechsköpfige Formation mit „Dschinghis Khan“ und „Moskau“ international bekannt. Beim Eurovision Song Contest 1979 erreichte die Gruppe mit „Dschinghis Khan“ den vierten Platz. Auch die auffälligen Kostüme gehörten damals zum Markenzeichen der Band.

Sein ESC-Weg reicht bis zu Nicoles Sieg 1982

Für Siegel wäre eine weitere Teilnahme ein neues Kapitel in einer langen ESC-Geschichte. 1982 gewann Nicole mit seinem Lied „Ein bisschen Frieden“ den Wettbewerb für Deutschland. Der letzte deutsche Sieg folgte 2010 durch Lena Meyer-Landrut mit „Satellite“. Seitdem blieben große Erfolge aus. Siegel sagte über seinen neuen Song, dass dieser im Koma entstanden sei.

Schon Anfang August hatte Siegel erklärt, ihm sei während des künstlichen Komas eine neue Komposition eingefallen. Nach Angaben von Bild hatte er sogar gesagt, er habe im Koma einen neuen Song komponiert. Später sprach er davon, ein fantastisches Lied im Kopf zu haben, das er beim nächsten ESC einreichen wolle. Ob sein Titel es tatsächlich in die deutsche Vorentscheidung schafft, entscheidet sich erst in den kommenden Monaten.