„Bergdoktor“-Star Hans Sigl (56) stand beim Felix Burda Award in Berlin nicht nur als prominenter Gast im Rampenlicht, sondern als jemand, der eine klare Botschaft mitgebracht hatte. Der Schauspieler überreichte den Ehrenfelix an Ronja Fleckenstein (26), die nach einer Darmkrebs-Erkrankung heute krebsfrei ist und sich für mehr Aufklärung einsetzt.

Hans Sigl richtet klaren Appell an Männer

Im Kongresszentrum AXICA am Brandenburger Tor wurde damit ein Thema sichtbar, das oft noch mit Scham und Zurückhaltung verbunden ist: Darmkrebsvorsorge. Besonders eindringlich sprach Hans Sigl über den Umgang vieler Männer mit Vorsorge.

„Wir Männer glauben immer noch, die Unverwundbarkeit hält, bis wir 100 sind. Dem ist aber nicht so. Und deswegen haben Frauen eine andere Einstellung zu Vorsorgeuntersuchungen. (...) Gehen Sie bitte zur Vorsorgeuntersuchung“, sagte Hans Sigl laut „Bunte“.

Zuvor hatte er bereits betont, wie wichtig eine verständliche Ansprache sei, damit auch Menschen erreicht werden: „Wenn jetzt noch mehrere Leute sagen: 'Vorsorge ist nicht so schwer. Macht das einfach!' Vielleicht schaffen wir es, dass einige deswegen diesen Schritt dann machen.“

Ronja Fleckenstein erhält den Ehrenfelix

Im Mittelpunkt der Ehrung stand Ronja Fleckenstein, die mit nur 26 Jahren an Darmkrebs im Stadium 4 erkrankte. Wie „Bunte“ berichtet, begann ihre Geschichte mit starken Bauchschmerzen und wiederkehrenden Krämpfen, bis nach einem Ultraschall die Einweisung in die Notaufnahme folgte.

„Noch am selben Tag bekam ich die gesicherte Diagnose: Darmkrebs im Stadium 4“, so Ronja Fleckenstein laut „Bunte“. Heute ist der Tumor entfernt, sie gilt als krebsfrei und nutzt ihre Reichweite auf Instagram, um junge Betroffene zu vernetzen und offener über die Krankheit zu sprechen.

Petition und Kritik an Benachteiligung nach Krebs

In ihrer Dankesrede lenkte Fleckenstein den Blick auf ein Thema, das viele Langzeitüberlebende betrifft: das „Recht auf Vergessenwerden“. Sie machte deutlich, dass ehemalige Krebspatientinnen und -patienten auch Jahre nach der Heilung bei Versicherungen, Krediten, Immobilien oder Adoptionen Nachteile erleben.

Ihre Auszeichnung nutzte sie deshalb für einen politischen Appell an Gesundheitsministerin Nina Warken (47). Im Saal saßen rund 300 Gäste, die nicht nur eine Preisverleihung erlebten, sondern auch eine Debatte über Folgen, die weit über die medizinische Behandlung hinausreichen und den Alltag vieler Betroffener prägen.

Felix Burda Award setzt auf Prävention und Forschung

Die Veranstaltung der Felix Burda Stiftung ehrt seit 2003 Projekte und Menschen, die sich für Vorsorge und Früherkennung starkmachen. Der Preis geht auf Dr. Christa Maar und Hubert Burda zurück, nachdem ihr Sohn Felix 2001 an Darmkrebs starb.

In diesem Jahr wurden außerdem die Kampagne „Darm checken, Leben retten“ in der Kategorie „Engagement des Jahres“ sowie ein Forschungsprojekt zum Lynch-Syndrom in „Medizin & Wissenschaft“ ausgezeichnet. Auch ein Milestone Award wurde vergeben. Dass Hans Sigl an diesem Abend so präsent war, passte zum Kern der Veranstaltung.