Spanien gewann das WM-Finale gegen Argentinien mit 1:0, doch nach dem Abpfiff richtete sich der Blick vieler Zuschauer nicht nur auf die Mannschaft. US-Präsident Donald Trump übergab gemeinsam mit FIFA-Präsident Gianni Infantino die Trophäe und blieb anschließend länger auf der Bühne, als es bei solchen Momenten üblich ist. Während die Spieler ihren Titel feierten, stand Trump weiter in der ersten Reihe. Später tauchte er auf Fotos des Jubels nicht mehr auf, weil Spaniens Team ihn aus einigen Aufnahmen entfernen ließ. Auch im Stadion war die Reaktion geteilt, Trump wurde laut Berichten mehrfach ausgebuht.
Donald Trump blieb bei Spaniens Pokaljubel auf der Bühne
Normalerweise übernimmt der FIFA-Präsident die Übergabe des Pokals, diesmal trat Trump jedoch sichtbar an Infantinos Seite auf. Er hängte den Spielern zudem die Medaillen um und fiel dabei laut Ladbible durch eine ungewohnt zurückhaltende Körpersprache auf.
Experte Mark Bowden erklärte: „Trump versucht nicht, einen dieser Spieler aus dem Gleichgewicht zu ziehen und bricht damit völlig mit seinem bewussten, typischen Handschlag-Ritual“, so Bowden laut Ladbible. Auch beim Berühren der goldenen Trophäe habe er sich auffallend kontrolliert gezeigt. Statt sie demonstrativ festzuhalten, habe er sie nur kurz angetippt.
Experten sehen Unsicherheit oder bewusste Machtdemonstration
Warum Trump nach der Übergabe nicht sofort von der Bühne ging, wird unterschiedlich bewertet. Verhaltensforscherin Abbie Marono sah darin laut Huffpost möglicherweise ein territoriales Signal und den Versuch, Status zu behaupten. Andere Experten deuteten die Szene weniger strategisch.
Susan Constantine sprach eher von Verwirrung und einem Missverständnis nonverbaler Zeichen, während Denise Dudley meinte, die Hinweise zum Abgang seien deutlich gewesen. Infantino soll Trump mehrfach körperlich in die richtige Richtung gelenkt haben. Auf den Bildern wirkte der Präsident dennoch ruhig, aufrecht und kaum bereit, den Platz sofort freizugeben.
Mark Bowden deutet Trumps Auftritt als gezielte Geste
Eine weitere Lesart geht noch weiter. Wie Aol berichtet, glaubt Mark Bowden, Trump habe sich bewusst im Bild gehalten, weil er gemerkt habe, dass er in diesem Moment nicht die wichtigste Person für die Spieler war. Bowden verwies auf Schulterklopfer und Gesten gegenüber den Profis, die Nähe und Gleichrangigkeit zeigen sollten.
Besonders heikel wirkte, dass Trump sogar auf dem Gruppenfoto der Sieger präsent blieb. Zuvor hatte er bei der Medaillenvergabe außerdem für einen irritierenden Moment gesorgt, als Argentiniens Nahuel Molina seine Silbermedaille zunächst nicht erhielt.
Buhrufe, kühle Gesten und ein Satz aus dem Stadion
Die Stimmung rund um Trumps Auftritt blieb den ganzen Abend angespannt. Schon vor dem Anpfiff und später beim Gang aufs Feld war er mit Buhrufen empfangen worden. Dazu kamen distanzierte Szenen mit Spielern: Argentiniens Cristian Romero verweigerte den Handschlag, und Spaniens Borja Iglesias hatte schon vorab erklärt, dass ihn das Protokoll in einen inneren Konflikt bringe.
„Es gibt ein Protokoll und eine Verpflichtung aus Höflichkeit, auch wenn mir mein Bauchgefühl etwas anderes sagt“, sagte Iglesias laut Huffpost. Trump selbst lobte die Veranstaltung danach in höchsten Tönen und sprach von einem der größten Sportereignisse überhaupt.