Der Tod von Xatar traf die deutsche Rap-Szene im Mai 2025 mit voller Wucht. Der Musiker und Unternehmer, bürgerlich Giwar Hajabi, wurde leblos in einer Kölner Wohnung gefunden, die einer Geschäftspartnerin gehörte. Lange blieb offen, woran der 43-Jährige starb und ob andere Personen eine Rolle spielten. Nun ist das Todesermittlungsverfahren abgeschlossen. Gleichzeitig spricht seine Witwe Farvah Hajabi in einer Dokumentation und in TV-Interviews erstmals ausführlicher über ihren Verlust, ihre gemeinsame Geschichte und die Ursache seines Todes.

Staatsanwaltschaft Köln stellt Verfahren zu Xatar ein

Nach Abschluss eines chemisch-toxikologischen Gutachtens teilte die Kölner Staatsanwaltschaft mit, dass es keine Hinweise auf ein schuldhaftes Verhalten anderer Personen gebe. Das Verfahren wurde damit eingestellt. „Die Staatsanwaltschaft Köln hat die Ermittlungen zu den Todesumständen von Giwar Hajabi nach Auswertung des von ihr in Auftrag gegebenen chemisch-toxikologischen Gutachtens abgeschlossen“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer laut Bild.

Weitere Details zu den Ermittlungsergebnissen wurden mit Verweis auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte des Verstorbenen und seiner Angehörigen nicht öffentlich gemacht.

Farvah Hajabi nennt in ARD-Doku die Todesursache

Für die Öffentlichkeit blieb die genaue Ursache zunächst offen. Erst ein Jahr später sprach Farvah Hajabi in der ARD-Dokumentation „XATAR - Ein Leben ist nicht genug“ darüber. Dort macht sie deutlich, dass ihr Mann an den Folgen eines Herzinfarkts starb.

Besonders eindringlich schildert sie, wie schwer es ihr fällt, das Geschehene zu begreifen. „Er ist fit gewesen. Sei es mental und auch physisch. Ich kann es mir nicht erklären“, so Farvah Hajabi laut tagesschau.de. Die Dreharbeiten zur Doku hatten bereits zu seinen Lebzeiten begonnen und zeigen auch die private Seite des Rappers.

Mehr als 15 Jahre an Xatars Seite

Farvah Hajabi war über 15 Jahre mit dem Rapper zusammen, das Paar kannte sich seit der Jugend und hatte fünf Kinder. In Interviews beschreibt sie die Beziehung als eng, intensiv und nicht immer leicht. Xatar habe früh kriminelle Wege eingeschlagen, sei nach dem Goldraub von 2009 international gesucht, im Irak festgenommen und später in Deutschland zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Nach seiner vorzeitigen Entlassung baute er seine Karriere weiter aus, veröffentlichte erfolgreiche Alben, gründete Labels und förderte Künstler wie SSIO, Schwesta Ewa, Eno und Mero.

Xatars Einfluss reicht weit über Deutschrap hinaus

Neben seiner Musik blieb Xatar für viele Menschen mit Migrationsgeschichte eine wichtige Identifikationsfigur. Seine eigene Familiengeschichte war von Flucht, Armut und politischer Verfolgung geprägt. Später machte er genau diese Erfahrungen zu einem Teil seiner Kunst und seines öffentlichen Bildes.

Zugleich war seine Laufbahn von Widersprüchen bestimmt: Chart-Erfolge, Unternehmertum, Insolvenzen und gesundheitliche Probleme lagen eng beieinander. Zum ersten Todestag ist in Köln ein Tribute-Konzert mit Weggefährten wie Haftbefehl, Peter Fox, SSIO, Farid Bang und Schwesta Ewa geplant. So bleibt sein Einfluss in der Szene weiter sichtbar.