Schlagersänger Howard Carpendale wird 80 – und nutzt den besonderen Tag nicht nur für Rückblicke auf eine außergewöhnlich lange Karriere, sondern auch für sehr persönliche Gedanken über Vergänglichkeit und Familie. Während viele Fans vor allem an seine Klassiker wie „Ti amo“ oder „Hello Again“ denken, rückt für ihn ein anderes Thema in den Mittelpunkt: die Furcht, seine Frau Donnice eines Tages allein zurückzulassen. Im Gespräch mit der Boulevard-Zeitung Bild macht der deutsch-südafrikanische Künstler deutlich, wie sehr ihn dieser Gedanke im Alltag begleitet und wie eng sein Leben mit dem seiner Familie verknüpft ist.
Howard Carpendale sorgt sich um Donnice
Im Interview beschreibt Howard Carpendale, dass ihn weniger der eigene Tod ängstigt, sondern vor allem die Vorstellung, seine Partnerin ohne Unterstützung zurückzulassen. „Nicht aus Angst vor dem Sterben“, betont er, sondern aus Sorge um Donnice. „Ich kann sie nicht alleine lassen. Das geht nicht. Sie kommt ohne mich nicht zurecht. Das wäre eine Katastrophe“, so der Sänger. Zu Hause sei dieses Thema jedoch nahezu tabu. Donnice blocke Gespräche darüber konsequent ab, berichtet er. Sobald er das Sterben erwähne, heiße es von ihrer Seite nur: „Das dauert noch ewig“, oder sie reagiere mit einem stummen Kopfschütteln.
Familiengespräch zum runden Geburtstag geplant
Gerade weil das Thema in seinem Alltag so oft ausgeklammert wird, hat Howard Carpendale für seinen 80. Geburtstag einen klaren Plan gefasst. Er wolle mit seiner Familie sprechen, sagt er, und sicherstellen, dass nichts Wesentliches unausgesprochen bleibt. „Ich möchte, dass jeder ein Gefühl dafür hat, was sie mir bedeuten. Und sie mir immer zur Seite gestanden sind. In allem“, erklärt er. Er beschreibt sein Familienleben als nicht immer einfach, aber von starkem Zusammenhalt geprägt: Wenn es darauf ankomme, seien alle füreinander da. Gerade dieser Rückhalt mache ihm bewusst, wie wichtig ihm ein offener Umgang mit Zukunftsfragen ist.
Abschiedstournee und neue Musik mit 80
Trotz nachdenklicher Töne denkt Howard Carpendale keineswegs daran, sich vollständig von der Bühne zu verabschieden. Im Gespräch mit Bild kündigt der Entertainer seine „Let’s Do It Again, Again!“-Tour 2026 an, die von März bis September geplant ist. Viele seiner großen Hits hat er dafür neu aufgenommen – moderner, aber mit Respekt vor den Originalen, wie er betont. Besonders bei „Alice“ habe er bewusst einen anderen Ansatz gewählt. Als er die neuen Versionen hörte, habe er „ein Lächeln im Gesicht“ gehabt, erzählt er. Parallel zur Tour erscheint im März auch ein neues Album, mit dem er noch einmal die großen Arenen füllen will.
Fitness, Politik und der Blick nach vorn
Körperlich zeigt sich der 80-Jährige erstaunlich fit: tägliches Training, Bergläufe trotz Hüft- und Knie-OP im Jahr 2024, dazu Action im Wasserpark in Dubai – all das gehört für ihn weiterhin dazu. Graue Haare möchte er auf der Bühne nicht zeigen, deshalb legt er Wert auf dezente Pflege. Sorgen bereitet ihm dagegen die politische Lage in den USA, wo sein Sohn Cass lebt. Wegen früherer Kritik an Donald Trump vermutet er, auf einer „schwarzen Liste“ zu stehen, und berichtet von Deutschen, die an der Grenze abgewiesen worden seien. Trotzdem bleibt sein Blick nach vorn gerichtet: kleinere Konzerte ohne ständiges Reisen und gemeinsame Reisen mit Donnice nach Singapur, Australien oder China stehen auf seiner Wunschliste.