Die Sorge um Harvey Weinstein wächst. Der frühere Filmproduzent soll auf der Gefängnisinsel Rikers Island in Queens einen schweren gesundheitlichen Zwischenfall erlitten haben. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht nur seine seit Längerem fragile Verfassung, sondern ein akuter Notfall, der offenbar eine sofortige Verlegung in ein Krankenhaus nötig machte.

Offizielle Angaben der zuständigen Behörden gibt es bislang nicht. Dennoch zeichnen die vorliegenden Berichte das Bild eines Mannes, dessen Gesundheitszustand erneut Anlass zur Besorgnis gibt.

Harvey Weinstein soll nach Atemnot verlegt worden sein

Laut einem Bericht des US-Portals TMZ sagte ein nicht namentlich genannter Insider, dass Weinstein plötzlich unter starker Atemnot gelitten habe, nachdem eine Lungenentzündung sein Herz belastet habe.

In der Folge sei er in die Gefängnisstation des Bellevue Hospital in Manhattan gebracht worden. Dort soll der 74-Jährige an einen Herzmonitor angeschlossen, über einen Tropf versorgt und mit Antibiotika behandelt worden sein. Dem Bericht zufolge habe sich sein Zustand zwar verbessert, außer Lebensgefahr sei er aber noch nicht.

Frühere Herzoperation belastet die Lage zusätzlich

Dass die Meldung so ernst wirkt, hängt auch mit Weinsteins medizinischer Vorgeschichte zusammen. Bereits in der Vergangenheit hatte er mehrfach mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im Jahr 2024 wurde er am Herzen operiert. Der jetzige Vorfall fügt sich damit in eine Reihe schwerer körperlicher Rückschläge ein.

Besonders brisant ist, dass sich der Notfall während seiner Haft auf Rikers Island ereignet haben soll. Eine Stellungnahme aus seinem Umfeld oder von den Behörden liegt weiterhin nicht vor, was viele Fragen offenlässt.

Verurteilung in New York wartet auf das Strafmaß

Zum Zeitpunkt des Vorfalls saß Weinstein in Haft und wartete auf die Verkündung seines Strafmaßes, die für September angesetzt ist. Grundlage dafür ist eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung aus dem Jahr 2025. Wie Stern berichtet, war dieses Urteil Teil eines Wiederholungsverfahrens, nachdem das ursprüngliche New Yorker Urteil von 2020 vier Jahre später aufgehoben worden war. Auch bei jüngsten Gerichtsterminen war zu sehen, dass Weinstein gesundheitlich stark angeschlagen wirkte und im Rollstuhl erschien.

Los-Angeles-Urteil prägt den Fall bis heute

Neben dem New Yorker Verfahren lastet auch ein weiteres schweres Urteil auf dem ehemaligen Produzenten. 2022 wurde er in Los Angeles wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 16 Jahren Haft verurteilt. Sein Fall gilt bis heute als einer der zentralen Auslöser der #MeToo-Bewegung, durch die ab 2017 zahlreiche Vorwürfe gegen Männer aus der Unterhaltungsbranche öffentlich wurden. Nun rückt neben der juristischen Aufarbeitung erneut seine körperliche Verfassung in den Mittelpunkt, während weiter keine offizielle Bestätigung zum Klinikaufenthalt vorliegt.