Schauspielerin Jessie Cave, vielen als Lavender Brown aus den letzten drei „Harry Potter“-Filmen in Erinnerung, hat offen über ihren Alltag abseits klassischer Filmrollen gesprochen. Die 39-Jährige erklärte, dass sie mit ihrem OnlyFans-Account inzwischen mehr verdient habe als in ihrer gesamten Schauspielkarriere.
Was zunächst wie ein radikaler Kurswechsel wirkt, hat für Cave einen sehr konkreten Hintergrund: Sie wollte ihre Familie absichern und einen Weg finden, Arbeit und Betreuung ihrer vier Kinder miteinander zu vereinbaren.
Jessie Cave verdient mit OnlyFans mehr als mit der Schauspielerei
Wie People berichtet, ist Cave seit März 2025 auf der Plattform aktiv. Dort setzt sie nicht auf klassische freizügige Inhalte, sondern auf ein sehr spezielles Konzept rund um Haare. Die Darstellerin filmt sich beim Bürsten, Stylen und Spielen mit ihrem langen Haar, teils in Kostümen wie einer Elfe, einem Hausmädchen oder sogar als ihre frühere Filmfigur Lavender Brown.
„Ich habe leicht innerhalb eines Jahres mehr verdient als in meiner gesamten Schauspielkarriere“, sagte Jessie Cave gegenüber der Times. Schon am ersten Tag soll sie mehr als 15.000 Pfund, rund 17.500 Euro, eingenommen haben. Zwar seien später einige Abonnenten abgesprungen, als klar wurde, dass sie keine expliziten Inhalte anbietet, doch ein treuer Kreis sei geblieben.
Die 39-Jährige spricht über Geldnot und vier Kinder
Hinter der Entscheidung stand jedoch keine spontane Lust auf einen neuen Karrierepfad, sondern akuter Druck. Cave schilderte im Times-Interview: „Ich könnte zum Beispiel nicht in einem Supermarkt arbeiten, weil ich mir die Kinderbetreuung nicht leisten kann, und außerdem möchte ich nicht, dass mir die Leute Harry-Potter-Zaubersprüche hinterherrufen, während ich bei Tesco arbeite.“
Und weiter: „Ich könnte mich umschulen lassen, aber ein Studium kann ich mir nicht leisten. Ich hatte einen Zusammenbruch und dachte: Das war’s mit der Schauspielerei, ich gebe auf. Aber wir haben auch kein Geld. Es war ein Moment völliger Verzweiflung.“
Ihr Plan sei zunächst bescheiden gewesen: nur für kurze Zeit online zu sein und etwas finanziellen Spielraum zu gewinnen. Stattdessen entwickelte sich das Projekt zu einer tragenden Einnahmequelle für ihre Familie.
Haar-Content als Nische mit klarer Regel
Besonders auffällig ist, wie präzise Cave ihr Angebot beschreibt. Für sie stehe nicht ihr Körper, sondern das Haar im Mittelpunkt: „Meine Regel ist: Das Haar ist die Hauptfigur. So rechtfertige ich es für mich.“ Sie erklärte außerdem, ihre Inhalte drehten sich „buchstäblich um Haare: die Textur von Haaren. Den Fetisch. Es ist sehr, sehr nischig“.
Jessie Cave verlor wegen der Plattform eine Convention
Ganz ohne Folgen blieb dieser Schritt dennoch nicht. Cave berichtete, dass sie im vergangenen Jahr nicht für eine „Harry Potter“-Convention gebucht worden sei. Als Begründung habe man ihr genannt, es handle sich um eine familienorientierte Veranstaltung und OnlyFans werde mit anrüchigen Inhalten verbunden.
Auf der Plattform Substack schrieb sie dazu: „Ich spiele doch nur mit meinen Haaren!“ Zugleich zeigte sie sich gelassen. Nach mehr als 15 Jahren auf Fan-Events und mit Blick auf eine neue Generation von Darstellern scheint für Cave ein anderer Abschnitt begonnen zu haben, in dem finanzielle Sicherheit und Selbstbestimmung klar im Vordergrund stehen.