Der britische Schauspieler Alan Rickman galt als einer der markantesten Charakterdarsteller seiner Generation. Millionen Kino- und TV-Fans verbinden mit ihm vor allem die Rolle des Severus Snape in den „Harry Potter“-Filmen, in denen er den zwiespältigen Zaubertranklehrer mit einzigartiger Tiefe verkörperte. Anfang 2016 starb Rickman im Alter von 69 Jahren in London. Seine Familie bestätigte, dass er an Krebs litt und an den Folgen der Erkrankung verstarb. Die Nachricht löste weltweit Trauer aus – nicht nur in der „Harry Potter“-Community, sondern auch in Theaterkreisen, in denen Rickman seine Karriere begonnen hatte.

Alan Rickman stirbt mit 69 Jahren an Krebs

Nach Angaben seiner Angehörigen erlag Alan Rickman einer Krebserkrankung, die er weitgehend aus der Öffentlichkeit heraushielt. Sein Management bestätigte den Tod des 69-Jährigen in London, kurz nachdem die Familie die Ursache bekannt gegeben hatte. Rickman gehörte zu den profiliertesten britischen Schauspielern seiner Zeit und war sowohl im Kino als auch im Fernsehen präsent. Besonders tragisch empfanden viele Fans, dass nur wenige Tage zuvor bereits Musiker David Bowie – ebenfalls 69 Jahre alt und ebenfalls an Krebs – gestorben war. In sozialen Netzwerken sprachen Nutzer von einem „sehr traurigen Verlust, zwei großen Briten“, so ein Tweet, den mehrere Medien zitierten.

Durchbruch mit „Stirb langsam“ und ikonische Bösewichte

Internationalen Ruhm erlangte Rickman in den späten 1980er-Jahren als Terrorist Hans Gruber im Actionklassiker „Stirb langsam“ („Die Hard“) an der Seite von Bruce Willis. Diese Rolle machte ihn in Hollywood schnell zur ersten Adresse für komplexe Antagonisten. Er setzte diese Linie mit dem Sheriff von Nottingham in „Robin Hood – König der Diebe“ fort, wo er den Gegenspieler von Kevin Costners Titelhelden spielte. Seine Spezialität waren undurchsichtige Charaktere, deren innere Konflikte er mit minimaler Mimik und seiner unverwechselbar tiefen Stimme andeutete. Kritiker lobten, dass er selbst den finstersten Figuren eine menschliche Dimension verlieh.

Severus Snape in „Harry Potter“ als Kultfigur

Seine wohl prägendste Filmfigur blieb Professor Severus Snape. In allen acht „Harry Potter“-Filmen zeichnete Rickman das Bild eines scheinbar kalten, strengen Lehrers, dessen wahre Motive sich erst nach und nach erschließen. Filmexpertin Anke Leweke betonte: „Um einen guten Bösewicht geben zu können, muss man auch ein guter Charakterdarsteller sein.“ Rickman habe sich zu jeder Rolle die Biografie seiner Figuren genau erklären lassen, „damit er die Fiesigkeit in all ihren Facetten darstellen konnte“. Gerade diese sorgfältige Vorbereitung machte Snape zu einer der ambivalentesten Figuren der Reihe – zwischen Härte, Verletzlichkeit und einer tragischen Liebesgeschichte.

Vielseitiger Charakterdarsteller zwischen Bühne und Leinwand

Neben seinen Bösewichten zeigte Rickman immer wieder andere Seiten. In Ang Lees Jane-Austen-Verfilmung „Sinn und Sinnlichkeit“ spielte er den sensiblen Colonel Brandon, der mit stiller Hingabe liebt und leidet. In der Fantasy-Satire „Dogma“ trat er an der Seite von Ben Affleck und Matt Damon auf, in der Ensemble-Romantikkomödie „Tatsächlich… Liebe“ verkörperte er einen Ehemann in einer zerrütteten Beziehung. Rickman begann seine Laufbahn auf der Bühne, unter anderem in „Gefährliche Liebschaften“, „John Gabriel Borkman“ und „Cleopatra“ mit Helen Mirren. Für die TV-Miniserie „Rasputin“ erhielt er 1997 einen Golden Globe. In „Die Gärtnerin von Versailles“ führte er kurz vor seinem Tod sogar selbst Regie – ein spätes Zeugnis seines breiten künstlerischen Spektrums.