Als Filmschauspieler und Schriftsteller Hardy Krüger im Januar 2022 im Alter von 93 Jahren in Palm Springs starb, endete ein außergewöhnliches Künstlerleben – und ein kompliziertes Vater-Sohn-Kapitel. Wie seine Agentur in Hamburg mitteilte, sei der gebürtige Berliner plötzlich und unerwartet in Kalifornien gestorben, berichtet „Bild“.

„Seine Herzenswärme, seine Lebensfreude und sein unerschütterlicher Gerechtigkeitssinn werden ihn unvergessen machen“, hieß es in der Erklärung. Während die Filmwelt um eine Legende trauerte, blickte sein Sohn Hardy Krüger jr. auf eine Beziehung zurück, die von Distanz, Schmerz, aber auch tiefem Respekt geprägt war.

Hardy Krüger stirbt fern von Deutschland in Palm Springs

Der 1928 in Berlin-Wedding geborene Eberhard August Franz Ewald Krüger, der später unter dem Namen Hardy Krüger international Karriere machte, verbrachte seine letzten Jahre mit Ehefrau Anita in Palm Springs. Dort, weit entfernt von seinen frühen Berliner Jahren und den Drehorten seiner großen Filme, endete sein Leben.

Der Schauspieler hatte sich bereits in den 1980er-Jahren zunehmend aus dem Filmgeschäft zurückgezogen, lebte zwischen Kalifornien und Hamburg und widmete sich dem Schreiben sowie seinem Engagement gegen Rechtsextremismus. Die Nachricht von seinem Tod löste in der Branche tiefe Anteilnahme aus.

Kontaktabbruch: Hardy Krüger jr. über die Distanz

Für seinen Sohn Hardy Krüger jr. war der Verlust von einer langen Distanz geprägt. In einem Interview mit „Bild am Sonntag“ schilderte der Schauspieler bereits 2019, dass es seit Jahren keinen Kontakt mehr zum Vater gab. Nach der Trennung der Eltern habe sich Krüger senior zunächst bemüht, doch mit der eigenen Familiengründung des Sohnes sei der Austausch immer weniger geworden. „Jetzt haben wir seit drei Jahren keinen Kontakt mehr. Der ist abgebrochen. Das ist natürlich bedauerlich“, so Hardy jr. damals.

Er sprach offen über die Angst, den Vater vor dessen Tod nicht mehr zu sehen – ein Gedanke, der ihn tief verletzte und dennoch von dem Willen begleitet war, dem Vater später nichts vorwerfen zu müssen.

Kein Groll: Sohn betont Dankbarkeit und Vorbildfunktion

Trotz der Distanz betonte Hardy Krüger jr., dass er keinen Groll hege. Das Verhältnis sei zwar schwierig gewesen, doch die Prägung durch den berühmten Vater blieb für ihn zentral. „Das größte Geschenk meines Vaters habe ich bei meiner Geburt bekommen – eine tolle Kindheit und einen Namen, auf den ich sehr stolz bin“, zitierte „Bild“ den Schauspieler.

Er beschrieb Hardy Krüger senior im „Bild“-Interview als Menschen, der in schmerzhaften Situationen oft „Brücken hinter sich abgebrochen“ habe und in Kalifornien seine Ruhe suchte. Für den Sohn blieb der Vater dennoch bis zum Schluss Vorbild. 

Instagram-Abschied und Karriere-Meilensteine des Vaters

Nach dem Tod seines Vaters fand Hardy Krüger jr. auf Instagram Worte, die Trauer und Versöhnung vereinten. „Wieder so ein Moment! Du hältst den Atem an, die Welt bleibt stehen“, schrieb er. Was bleibe, seien Liebe, Respekt und der Wunsch nach einem friedlichen Weg „auf die andere Seite“. Das Leben habe ihn reich beschenkt, doch „am meisten geprägt und inspiriert hat – bist DU!“ Die „Krüger Karawane“ ziehe ohne den Vater weiter.

Hinter diesem emotionalen Abschied steht ein beeindruckendes Werk: Rund 75 Filme, darunter „Einer kam durch“, „Hatari!“, „Der Flug des Phoenix“, „Barry Lyndon“, „Die Brücke von Arnheim“ und „Die Wildgänse kommen“, dazu die TV-Reihen „Hardys Bordbuch“ und „Weltenbummler“, zahlreiche Bücher und Auszeichnungen wie der Bundesfilmpreis und das Große Verdienstkreuz. Hardy Krüger bleibt bis heute unvergessen.