Millionen Fernsehzuschauer kannten Siegfried Rauch (✝85) als Kapitän Paulsen auf dem ZDF-„Traumschiff“ und auch als Dr. Roman Melchinger in „Der Bergdoktor“ blieb er vielen in Erinnerung. 2018 starb der Schauspieler im Alter von 85 Jahren in seinem Heimatort Untersöchering.

Unvergessen: Der traurige Tod von Siegfried Rauch

Zunächst war von einem Treppensturz nach einem kurzen Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr die Rede. Der Vorfall erschütterte nicht nur Fans, sondern auch die Menschen in seiner Gemeinde, wo Rauch als gesellig und nahbar galt. Sein Tod beendete eine Karriere, die über Jahrzehnte Film, Fernsehen und internationale Produktionen geprägt hatte.

Nach Informationen von „Bild“ hatte Rauch an dem Abend kurz bei einer Sitzung der Freiwilligen Feuerwehr vorbeigeschaut und ein Glas Wein getrunken. Sein Aufenthalt soll nur etwa 15 Minuten gedauert haben. Als er das Gebäude wieder verlassen wollte, kam es zu dem folgenschweren Unglück.

Zunächst hieß es, er sei die Treppe hinuntergestürzt und noch am Ort des Geschehens an seinen Verletzungen gestorben. Die Polizei in Penzberg bestätigte damals den Todesfall, eine Obduktion sollte die genaue Ursache klären. In seinem Umfeld war die Bestürzung groß, weil der Schauspieler im Ort fest verwurzelt war.

Neue Erkenntnisse zur Todesursache

Später ergaben die rechtsmedizinischen Gutachten ein anderes Bild. Wie „tvspielfilm.de“ berichtete, starb Siegfried Rauch an Herzversagen. Erst danach sackte er zusammen und stürzte die Treppe hinunter. Ein Feuerwehrmann soll noch versucht haben, ihn festzuhalten, doch ohne Erfolg. Die herbeigerufenen Helfer konnten den Schauspieler nicht mehr wiederbeleben.

Damit wurde deutlich, dass nicht der Sturz selbst die eigentliche Todesursache gewesen war. Diese neue Einordnung erklärte, warum die ersten Berichte nach dem Unglück später korrigiert werden mussten und viele Details erst nach der Obduktion feststanden.

Reinald Huber erinnerte an einen beliebten Mitbürger

Der damalige Bürgermeister Reinald Huber sprach kurz nach dem Tod mit großer Anteilnahme über den Schauspieler. „Ich habe ihn am Donnerstag noch getroffen. Wir sind alle sehr bestürzt. Er war hier sehr beliebt, wir haben ihn alle gemocht“, sagte Huber laut „Bild“.

Rauch habe in Untersöchering nicht zurückgezogen gelebt, sondern sich für sein Umfeld interessiert und regelmäßig Kontakt zu den Menschen vor Ort gehalten. Gerade diese Nähe machte seinen Tod für viele in der Region besonders schmerzhaft. Er hinterließ seine Frau Karin Rauch, mit der er Goldene Hochzeit gefeiert hatte, sowie seine Kinder.

Vom „Traumschiff“ bis nach Hollywood

Rauchs Laufbahn reichte weit über seine späten ZDF-Rollen hinaus. Er wirkte in mehr als 500 Filmen und Serien mit und feierte seinen Durchbruch schon in den 1970er Jahren. Im Oscar-prämierten Film „Patton – Rebell in Uniform“ spielte er Hauptmann Oskar Steiger. Auch in „Le Mans“ war er zu sehen, wo ihn eine enge Freundschaft mit Steve McQueen begleitete.

Laut „bayerische-staatszeitung.de“ zeigte er später auch Vielseitigkeit im Fernsehen, etwa in „Mein Freund Winnetou“ als Old Shatterhand oder noch mit 85 Jahren in der Sketch-Comedy „Knallerkerle“. Damit blieb er bis zuletzt ein präsenter und gefragter Darsteller.