Thomas Tuchel gehört zu den markantesten deutschen Trainern der vergangenen Jahre. Der frühere Fußballprofi musste seine aktive Laufbahn wegen einer Knorpelverletzung früh beenden, fand aber gerade dadurch seinen Weg an die Seitenlinie.
Vom TSV Krumbach über die Jugend des FC Augsburg und den SSV Ulm führte ihn sein Weg in den Nachwuchsbereich, wo sein Ruf als akribischer Fußballlehrer schnell wuchs. Nach Stationen in Stuttgart, Augsburg, Mainz, Dortmund, Paris, London und München hat er seit 2025 eine Aufgabe, die zu den größten im Weltfußball zählt.
Thomas Tuchel begann früh und musste als Spieler schnell aufhören
Geboren wurde Tuchel am 29. August 1973 in Krumbach. Schon als Kind spielte er beim TSV Krumbach, trainiert von seinem Vater Rudolph Tuchel. Später wechselte er in die Jugend des FC Augsburg und gewann dort 1991 und 1992 den DFB-Junioren-Vereinspokal.
Damals als Teenie vor über 30 Jahren sah Thomas Tuchel noch völlig anders aus. Vor allem seine dunklen Haare sind ein starker Kontrast zu seinem heutigen Look. Man muss wirklich zweimal hinsehen, um den Trainer-Star in jungen Jahren zu erkennen.
Als Spieler lief er danach für die Stuttgarter Kickers und den SSV Ulm 1846 auf. Mit Ulm gelang der Aufstieg in die Regionalliga Süd, doch eine hartnäckige Knorpelverletzung beendete seine Karriere früh. Aus dem geplatzten Spielertraum entstand sein zweiter Fußballweg: der als Trainer.
Hermann Badstuber prägte Tuchels Haltung als Coach
Im Nachwuchs des VfB Stuttgart begann Tuchel Anfang der 2000er als Trainer und traf dort auf Hermann Badstuber, den Vater von Holger Badstuber. Dessen Einfluss war für ihn prägend. „Er hatte den größten Anteil daran, dass aus meiner Euphorie für den Trainerjob Akribie wurde“, sagte Thomas Tuchel dem Portal „SPOX“. Auch menschlich habe ihn der Mentor stark geformt.
Nach Erfolgen mit Jugendteams in Stuttgart, Augsburg und Mainz folgte 2009 der Sprung zu den Profis des 1. FSV Mainz 05. Dort gelang ihm in der Saison 2010/11 ein Bundesliga-Start mit sieben Siegen in Serie.
Titel in Paris und London machten ihn international noch größer
Nach fünf Jahren in Mainz übernahm Tuchel Borussia Dortmund und gewann 2017 den DFB-Pokal. Danach zog es ihn zu Paris Saint-Germain, wo er zwei Meisterschaften und mehrere nationale Pokale holte. In Frankreich arbeitete er mit Stars wie Neymar und Kylian Mbappé.
Später wechselte er zum FC Chelsea und führte den Klub 2021 zum Gewinn der Champions League, dem größten Erfolg seiner Trainerkarriere. Im selben Jahr wurde er FIFA-Welttrainer. Seine Zeit bei Chelsea endete dennoch bereits 2022, obwohl der sportliche Höhepunkt noch nicht lange zurücklag.
Bayern-Aus und Englands große Hoffnung
Im März 2023 wurde Tuchel Cheftrainer des FC Bayern München und holte mit dem Klub noch die deutsche Meisterschaft. Die folgende Saison verlief jedoch ohne Titel, im Sommer 2024 kam es zur Trennung. Im selben Jahr wurde bekannt, dass Tuchel Nationaltrainer Englands wird.
Privat war sein Leben ebenfalls von Veränderungen geprägt: Nach 13 Ehejahren ließ er sich 2022 von seiner Frau Sissi scheiden, aus der Ehe stammen zwei Töchter.