DSDS-Kultkandidat Kazim Akboga (†34) ist 2017 gestorben - mit nur 34 Jahren. Besonders schwer wiegt, unter welchen Umständen die Eltern vom Tod ihres Sohnes erfuhren. Akboga hatte seit längerer Zeit mit psychischen Problemen zu kämpfen und war deshalb in klinischer Behandlung. Sein Management bestätigte den Tod damals öffentlich.
Kazim Akbogas Vater spricht über späte Gewissheit
Besonders schmerzhaft war für die Familie offenbar die Zeit zwischen dem Tod des Comedians und der offiziellen Bestätigung seines Ablebens. „Niemand hat uns informiert. Vier Tage lang“, sagte Kazims Vater Nihat Akboga damals der „Bild“.
Weiter erklärte der Vater, erst bei dem Versuch, eine Vermisstenanzeige aufzugeben, habe die Familie erfahren, dass ein Toter mit Pass, Sparkassen-Karte und einem markanten Tattoo, welches eindeutig zu Kazim gehörte, gefunden worden sei. Die Sorge in diesen Tagen sei kaum auszuhalten gewesen.
Klinikaufenthalt vor seinem Tod beschäftigt die Familie
Neben der späten Information trieb die Angehörigen noch ein weiterer Punkt um: Kazim Akboga war bis kurz vor seinem Tod in einer Potsdamer Klinik in Behandlung. Sein Vater schilderte, der Ex-DSDS-Teilnehmer habe schon Wochen zuvor versucht, sich das Leben zu nehmen.
„Ich verstehe auch nicht, wieso unser Sohn so einfach aus der Klinik kam. Er hatte versucht, sich vor vier Wochen umzubringen. Da kann er doch nicht so einfach aus dem Krankenhaus gehen, ohne dass es jemand merkt. Er hätte Hilfe gebraucht. Aber es war wohl niemand da“, so Nihat Akboga laut „Bild“.
Weiter erklärte er: „Er hat mit seinen Depressionen so gelitten. Unsere Familie ist unendlich traurig. Er war ein liebevoller Junge. Mein einziger Sohn. Aber wir haben die Traurigkeit nicht von ihm fernhalten können. Es ist ein hilfloses Gefühl, wenn Du als Eltern machtlos bist.“
DSDS-Auftritt machte Kazim Akboga zum Internetphänomen
Einem breiten Publikum wurde Kazim Akboga Anfang 2015 durch seinen Auftritt bei „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt. Dort präsentierte er den Song „Is mir egal“ und traf musikalisch zwar nicht den Geschmack der Jury um Dieter Bohlen, Heino, Mandy Capristo und DJ Antoine.
Doch im Netz entwickelte sich das Stück jedoch rasch zu einem viralen Erfolg. Auch Jahre später wurde Akboga vor allem mit diesem Lied verbunden, das millionenfach geklickt wurde.
BVG-Clip und weitere Songs prägten seine Karriere
Auf dem Höhepunkt seiner Popularität engagierten die Berliner Verkehrsbetriebe den Comedian für eine Werbekampagne. In Uniform spielte er einen lässigen Kontrolleur und transportierte mit seinem typischen Humor eine Botschaft über Toleranz im Berliner Nahverkehr.
Zwar veröffentlichte Akboga später weitere Videos und Songs wie „Deutschland is gute Land“, „Angela Merkel, ich bin dein Ferkel“ oder „Tanz den Akzeptanz“. Doch an die Reichweite von „Is mir egal“ reichte keines dieser Projekte mehr heran.
Hier bekommen Sie umgehend Hilfe
Wenn Sie selbst depressiv sind, Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.