Donald Trump hat seinen 80. Geburtstag mit einer ungewöhnlichen Inszenierung begangen: Direkt vor dem Weißen Haus verfolgte der US-Präsident Käfigkämpfe der Ultimate Fighting Championship. Während auf dem Rasen des Amtssitzes blutige Duelle stattfanden, stand nur wenige Stunden zuvor noch seine Verkündung einer ersten Einigung im Iran-Konflikt im Raum. Mehr als 4.000 Zuschauer waren vor Ort, weitere Tausende sahen das Geschehen auf Bildschirmen in Washington. Mit dabei waren Kabinettsmitglieder, Familienangehörige und auch Meta-Gründer Mark Zuckerberg.
Donald Trump feiert mit UFC vor dem Weißen Haus
Zu Beginn der Veranstaltung trat Trump gemeinsam mit UFC-Chef Dana White auf den Balkon des Weißen Hauses. Aus der Menge waren „Alles Gute zum Geburtstag“ zu hören, die Nationalhymne wurde gespielt, dazu flogen Jets über die große Kuppelkonstruktion „The Claw“.
Trump gilt seit Jahren als Fan von Mixed Martial Arts, einer Vollkontakt-Sportart, die Techniken aus Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu-Jitsu verbindet. Wie tagesschau.de berichtet, begrüßte der Präsident später auch Sieger persönlich per Handschlag. Als Hauptkämpfer war Ilia Topuria gegen Justin Gaethje angekündigt.
Kritik an Trumps Geburtstagsfeier wächst
Die Veranstaltung stieß schon im Vorfeld auf scharfe Kritik. Gegner warfen Trump vor, das Weiße Haus für ein privates und gewinnorientiertes Sportereignis zu nutzen. Eine Klage gegen die Kämpfe scheiterte jedoch vor Gericht, unter anderem weil sie zu spät eingereicht worden sei.
Offiziell stand die Feier im Zusammenhang mit dem 250. Unabhängigkeitstag der USA, obwohl dieser erst am 4. Juli begangen wird. Bereits im Vorjahr hatte es an Trumps Geburtstag eine umstrittene Militärparade gegeben, die viele eher als persönliche Inszenierung wahrnahmen.
Dana White und Trump verbindet mehr als Sport
Hinter dem Spektakel sehen Beobachter weit mehr als bloße Unterhaltung. Laut t-online.de passt die UFC gezielt zu jener Zielgruppe, die für Trump politisch wichtig ist: junge Männer. Dana White zählt seit Jahren zu seinen engen Verbündeten, auch Podcaster Joe Rogan spielte im Umfeld der Veranstaltung eine Rolle.
In dieser Mischung aus Kampfsport, Männlichkeitskult und politischer Botschaft erkennen Kritiker eine bewusste Strategie. Das Event wirkte damit wie ein Schaufenster für Trumps Selbstbild von Stärke, Härte und öffentlicher Dominanz.
Finanzfragen rücken bei Trump erneut in den Fokus
Zusätzliche Brisanz erhält der Abend durch mögliche wirtschaftliche Interessen. Nach veröffentlichten Finanzunterlagen soll Trump im Frühjahr Aktien der TKO Group Holdings gekauft haben, dem Mutterkonzern von UFC und WWE. Damit steht im Raum, dass er auch persönlich von der großen Aufmerksamkeit profitieren könnte.
Zugleich hieß es, die UFC übernehme die Kosten, obwohl laut Gerichtsunterlagen erhebliche staatliche Ressourcen eingesetzt wurden. Wie zdfheute.de berichtet, sahen Kritiker in dem Spektakel deshalb nicht nur Sport, sondern auch eine Gelegenheit, Zuspruch in der eigenen Anhängerschaft zu festigen.