Schauspielerin Christine Neubauer (64) hat 2024 mit „Hundswut“ eine besondere Premiere erlebt. In dem Film war sie nicht nur vor der Kamera zu sehen, sondern erstmals auch als Co-Produzentin mit ihrer eigens gegründeten Firma „Santiago Film“. Trotzdem beschreibt sie den Weg zu neuen Projekten als mühsam. Vor allem Geschichten mit älteren Hauptfiguren hätten es schwer.
Christine Neubauer widerspricht dem Blick auf Frauen über 50
Im Gespräch mit der abendzeitung-muenchen spricht sie offen darüber, welche Reaktionen sie in der Branche erlebt und warum sie diese Haltung nicht akzeptieren will. „Mir wird immer wieder vermittelt, dass Stoffe mit Frauen über 50 schwierig seien, weil das Publikum sie angeblich nicht sehen möchte“, so Christine Neubauer laut abendzeitung-muenchen.
Nach ihren eigenen Erfahrungen passe das jedoch nicht zu den Rückmeldungen aus dem Publikum. Sie sagt, bei Gesprächen höre sie oft das Gegenteil. Auch die Vorstellung, dass das Filmleben mit 50 praktisch ende, weist die Schauspielerin zurück. Sie formuliert es deutlich: Menschen jenseits dieser Marke verliebten sich, scheiterten, fingen neu an und hätten weiterhin Träume, Konflikte und Abenteuer.
Absage für TV-Projekt wegen Hauptfiguren über 60
Besonders deutlich wurde das Problem für die Münchnerin bei einem konkreten Stoff. Sie bot nach eigenen Angaben ein TV-Projekt an, das auf einem erfolgreichen Literatur-Bestseller beruhte. Die Reaktion sei sinngemäß gewesen, die Protagonisten seien über 60, solche Geschichten wolle niemand sehen.
„Das muss man erst einmal sacken lassen“, sagte die 64-Jährige. Für sie ist das kein Argument gegen solche Filme. Sie verweist stattdessen auf Themen wie Liebe, Verlust, Humor, Scheitern, Neuanfänge, Sehnsucht, Mut und große Entscheidungen, die aus ihrer Sicht kein Alterslimit kennen.
Mit „Hundswut“ wurde sie auch Co-Produzentin
Mit „Hundswut“ hat die Darstellerin einen neuen Schritt in ihrer Laufbahn gemacht. Neben ihrer Rolle im Film übernahm sie dort erstmals Aufgaben als Co-Produzentin. Dafür gründete sie „Santiago Film“. Nach Angaben von web.de setzt sie diesen Weg nun fort.
Neubauer betont zudem, dass es viele Geschichten über ihre Generation gebe, die verfilmt werden könnten. „Wir leben. Wir lieben. Wir streiten. Wir lachen. Wir verlieren Menschen. Wir beginnen von vorne. Wir machen Fehler. Wir haben Träume. Wir verändern unser Leben. Eigentlich ziemlich viel Stoff für Filme, finde ich.“
„La Puta Vida“ hält sie vom Oktoberfest fern
Aktuell dreht die Schauspielerin in Chile den Film „La Puta Vida“. Auch dort arbeitet sie sowohl als Darstellerin als auch als Co-Produzentin. Wegen dieser Doppelrolle wird sie in diesem Jahr nicht zum Oktoberfest nach München reisen.
„Die Wiesn läuft mir hoffentlich nicht davon. Und dieser Film ist für mich gerade ein Herzensprojekt, bei dem ich bis zum Schluss dabei sein möchte“, sagte sie laut tvspielfilm. Für ein weiteres TV-Projekt steht sie außerdem bereits wieder vor der Kamera. Eine Begegnung bei den Dreharbeiten habe sie dabei emotional stark getroffen.