Schauspieler Ottfried Fischer erlebt mit 72 Jahren eine Phase, in der er sich so gut fühlt wie lange nicht. Der TV-Star, der seit vielen Jahren mit Parkinson lebt und auf Rollstuhl oder Krücken angewiesen ist, schildert in einem neuen Interview, wie sich sein Alltag verändert hat. „Es geht mir einfach gut im Moment“, sagt er zur tz. Die Erkrankung begleitet ihn weiterhin, doch der Künstler wirkt gefestigt und zuversichtlich.

Ottfried Fischer spricht über seine Parkinson-Erkrankung

Bereits Ende der Neunziger bemerkte der damalige „Ottis Schlachthof“-Moderator erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmt. Trotzdem dauerte es bis 2008, ehe er seine Parkinson-Diagnose öffentlich machte. Die Krankheit verlangsamte seine Bewegungen, das Sprechen braucht mehr Zeit, Hilfsmittel wie Rollstuhl oder Krücken wurden Teil seines Alltags.

Trotz dieser Einschränkungen zeigt sich der 72-Jährige kämpferisch. „Ich bin stabiler und gesünder geworden, das zählt“, betont er. Gerade vor dem Hintergrund einer chronischen neurologischen Erkrankung bekommt seine körperliche Veränderung für ihn eine besondere Bedeutung.

Gewichtsabnahme verändert Fischers Alltag spürbar

Über viele Jahre war der Schauspieler als 200-Kilogramm-Mann präsent und spielte seine Leibesfülle mit Humor aus. Schon vor einiger Zeit gelang ihm ein erster großer Schritt, als er für seine Ehefrau Simone, die er 2020 heiratete, rund 50 Kilogramm verlor.

Nun legte er nach: In einem Interview mit tz erklärt er, er wiege aktuell 125 Kilogramm – deutlich weniger als noch vor einem Jahr. Die geringere Belastung macht sich im Alltag bemerkbar: Wege fallen leichter, Bewegungen wirken sicherer, und der Künstler beschreibt, dass ihm die Gewichtsreduktion das Leben mit Parkinson spürbar erleichtert.

Abnehmspritze als medizinisch begleitete Hilfe

Eine wichtige Rolle bei dieser Entwicklung spielt ein Medikament, das derzeit vielen Übergewichtigen beim Abnehmen hilft. In Absprache mit seinen Ärzten nutzt Ottfried Fischer diese Spritze seit Frühjahr 2025. Anfangs erhielt er sie wöchentlich, inzwischen nur noch alle paar Wochen.

Ganz darauf verzichten möchte er nicht: „Dann würde ich wahrscheinlich gleich wieder zunehmen“. Der Schauspieler spricht auch über frühere Erfahrungen mit dem Jojo-Effekt und darüber, dass er sich „auf die alten Tage ein bisserl leichter“ tun wollte. Seine Neurologen unterstützen den Einsatz des Mittels ausdrücklich.

Neue Ernährung und Hoffnung im Umgang mit Parkinson

Neben der medikamentösen Unterstützung hat Fischer seinen Lebensstil angepasst. Er berichtet, dass er heute viel bewusster esse und deutlich mehr Salat und Gemüse auf dem Teller landen. „Dafür war ich vorher nicht bekannt“, sagt der Bayer mit einem Augenzwinkern.

Durch die Spritze verspürt er weniger Appetit und lässt „auch mal das Essen stehen“ – ein Verhalten, das für ihn früher kaum vorstellbar war. Besonders ermutigend für den 72-Jährigen: Seine Ärzte verweisen auf neue Studien, nach denen das Medikament das Fortschreiten von Parkinson verlangsamen kann.