Bill Kaulitz (36) und Tom Kaulitz (36) zeigen derzeit zwei sehr unterschiedliche Seiten ihres Lebens. Während die dritte Staffel von „Kaulitz & Kaulitz“ startet, spricht Bill über Erfahrungen, die ihn bis heute prägen. Der Sänger erinnert sich an queerfeindliche Übergriffe in seiner Jugend in Sachsen-Anhalt und daran, wie sehr Scham damals sein Schweigen bestimmte.

Bill Kaulitz spricht über Gewalt und Scham

Im Interview blickt Bill auf bedrückende Situationen aus seiner Jugend zurück. „Damals gab es Situationen, in denen mir die Hose runtergezogen wurde oder mir im Schwimmbad zwischen die Beine gefasst wurde“, sagte Bill Kaulitz laut „n-tv.de“. Dahinter habe der Versuch gestanden, zu „prüfen“, ob er ein Mädchen sei.

Besonders schwer wiegt für ihn, dass er vieles lange für normal hielt. Aus Scham habe er kaum darüber gesprochen. Heute sagt er offen: „Trage Schmerz noch in mir.“ Seine Vergangenheit ist nicht einfach verschwunden.

Los Angeles gibt dem Sänger heute mehr Sicherheit

Inzwischen kann Bill Kaulitz anders auf diese Erlebnisse blicken. Sein Umfeld in Los Angeles und ein gewachsenes Selbstbewusstsein helfen ihm dabei, das Geschehene einzuordnen. Er beschreibt, dass er sich feindseligen Alltagssituationen, etwa in der U-Bahn oder im Supermarkt, heute nicht mehr in derselben Form aussetzen müsse.

Zugleich macht er klar, dass viele queere Menschen diesen Schutz nicht haben. Seine Botschaft ist deshalb deutlich: Mut zur eigenen Identität sei schwer, aber wichtig. Auch die Reise zum Klassentreffen für die Netflix-Serie habe ihm geholfen und alte Last etwas gelöst.

Tom Kaulitz schwärmt von der Ehe mit Heidi Klum

Ganz anders klingt es bei Tom Kaulitz, wenn er über sein Privatleben spricht. Seit 2019 ist er mit Heidi Klum verheiratet und beschreibt die Beziehung als verlässlich und leicht. „Ich habe Liebe nie mit Schmerz verbunden“, so Tom Kaulitz laut „OK! Magazin“.

Mit Heidi habe sich vom ersten Tag an etwas Gutes und Positives eingestellt. Selbst die Distanz zwischen Deutschland und den USA schade ihrer Verbindung nicht, sondern mache das Wiedersehen oft noch intensiver. Auch mit Humor spricht er über das gemeinsame Training des Paares und die anhaltende Anziehung.

Zwischen Geborgenheit und Einsamkeit der Zwillinge

Gerade dieser Kontrast macht die aktuellen Aussagen der Brüder so eindringlich. Tom spricht von Geborgenheit, Bill dagegen auch von Einsamkeit in bestimmten Momenten. Zwar genießt er das Alleinsein mit seinen Hunden oder Reisen ohne Begleitung, doch es gibt Situationen, die ihn treffen.

Vor allem Hochzeiten seien für ihn schwierig, weil dort das Single-Dasein besonders sichtbar werde. Wie „amp.infranken.de“ berichtet, war das Klassentreffen für beide Brüder dennoch ein wichtiger Schritt zurück in die eigene Vergangenheit. Für Bill wurde daraus ein heilsamer Moment, für Tom sogar einer der schönsten des vergangenen Jahres.