Julian Nagelsmann soll wohl nicht länger an der Seitenlinie der deutschen Nationalmannschaft, wie Bild und Sky erfahren haben sollen. Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko tritt der 38-Jährige als Bundestrainer zurück. Eine offizielle Bestätigung wurde zunächst noch erwartet, doch die Entscheidung gilt bereits als gefallen. Das frühe Aus der DFB-Elf hatte den Druck massiv erhöht. Nach einer durchwachsenen Gruppenphase verlor Deutschland das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador mit 1:2 und scheiterte anschließend im Sechzehntelfinale im Elfmeterschießen mit 4:5 an Paraguay.
Julian Nagelsmann zog nach Krisensitzung die Konsequenz
Am Donnerstag kam es in Frankfurt am Main zu einer Krisensitzung, in der Nagelsmann seine Sicht der Dinge noch einmal darlegen durfte. Danach verdichteten sich die Hinweise, dass ihm ein Rücktritt nahegelegt worden war. Andernfalls hätte wohl eine Trennung durch den Verband gedroht.
„Ich bin keiner, der wegläuft“
Direkt nach dem WM-Aus hatte Nagelsmann einen Rückzug noch ausgeschlossen. „Ich bin keiner, der wegläuft“, so Julian Nagelsmann. Umso größer ist nun der Kurswechsel, der auf die Entwicklung der vergangenen Stunden zurückgeführt wird. Das Aus gegen Paraguay hatte die sportliche Bilanz zusätzlich belastet, nachdem schon die Vorrunde nicht den Erwartungen entsprochen hatte.
Jürgen Klopp gilt als Wunschlösung des DFB
Als aussichtsreichster Kandidat auf die Nachfolge gilt Jürgen Klopp. Der frühere Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool arbeitet aktuell als „Global Head of Soccer“ bei Red Bull und ist während der WM zudem als Experte bei MagentaTV im Einsatz. Innerhalb der DFB-Spitze soll er als bevorzugte Lösung gelten. Bei möglichen Gesprächen könnte Hans-Joachim Watzke eine wichtige Rolle einnehmen. Der DFL-Boss und DFB-Vizepräsident hatte bereits in Dortmund erfolgreich mit Klopp zusammengearbeitet, was ihm bei einer möglichen Annäherung Gewicht verleihen dürfte.