Ann-Margret wird 85 – und ihre Laufbahn erzählt mehr als nur die Geschichte eines Hollywood-Stars der 1960er. Zwischen frühem Chart-Erfolg, Kultfilmen wie „Tolle Nächte in Las Vegas“ und einem schweren Bühnenunfall 1972 schuf sie sich eine Karriere, die bis weit ins 21. Jahrhundert reichte.

Der Weg aus Schweden in die US-Unterhaltung

Geboren wurde Ann-Margret am 28. April 1941 als Ann-Margret Olsson in Valsjöbyn in Schweden. 1946 wanderte ihre Familie in die USA aus und ließ sich in Illinois nieder, 1949 erhielt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft. Schon als Kind bekam sie Unterricht in Gesang, Tanz und Klavier. Ein wichtiger Schritt folgte 1957: Bei einem TV-Talentwettbewerb wurde sie entdeckt und bekam Auftritte in „The Original Amateur Hour“. Sie veröffentlichte 1959 ihre erste Platte und entschied sich kurz darauf endgültig für das Showgeschäft.

1961 kam der Durchbruch auf Platte und Leinwand

Nach einem ersten Vertrag bei Warner Brothers, der noch keine großen Erfolge brachte, änderte sich ihre Karriere rasch. Ein Auftritt in einer Weihnachtssendung führte zu Verträgen mit RCA Records und 20th Century Fox. Während „Lost Love“ noch floppte, schaffte es „I Just Don’t Understand“ im September 1961 in die Top 20 der Billboard-Charts.

Fast zeitgleich gelang ihr das Filmdebüt: Für „Die unteren Zehntausend“ beziehungsweise „Pocketful of Miracles“ erhielt sie den Golden Globe als bester weiblicher Nachwuchs-Star. Schon mit „State Fair“ und dem Musical „Bye Bye Birdie“ wurde deutlich, dass Ann-Margret Gesang, Tanz und Schauspiel selten leichtfüßig verbinden konnte.

Mit Elvis Presley wurde sie endgültig zum Kinoliebling

1964 kam jener Film, der bis heute fest mit ihrem Namen verbunden ist: „Tolle Nächte in Las Vegas“ an der Seite von Elvis Presley. Das Musikfilm-Paar traf den Nerv der Zeit, der Film wurde ein kommerzieller Erfolg. Im selben Jahr erreichte Ann-Margret Platz 8 der Quigley-Rangliste jener Stars, die an den Kinokassen die höchsten Einnahmen erzielten. Auch „Cincinnati Kid“ aus dem Jahr 1965 brachte ihr Anerkennung bei Publikum und Kritik.

Weniger glücklich verliefen andere Projekte der zweiten Hälfte der 1960er, als ihr Filmruhm etwas verblasste. Trotzdem blieb sie präsent – auch als Sängerin mit Alben wie „Beauty and the Beard“ mit Al Hirt oder „The Cowboy & the Lady“ mit Lee Hazlewood.

Bühnenunfall, Ehe mit Roger Smith und spätere Jahre

Privat war Ann-Margret von 1967 bis zu dessen Tod 2017 mit dem Schauspieler und Manager Roger Smith verheiratet. Beruflich zeigte sie große Widerstandskraft: 1972 erlitt sie bei einem Auftritt in Lake Tahoe einen schweren Bühnenunfall, von dem sie sich zurückkämpfte.

Danach folgten wichtige Karrierekapitel, darunter „Die Kunst zu lieben“ von 1971 und später „Tommy“, für den sie erneut für den Oscar nominiert wurde. Dazu kamen fünf Golden Globes und ein Emmy. Wie newreleasesnow.com berichtet, veröffentlichte sie mit „Born To Be Wild“ sogar noch ein späteres Album mit Rock- und Popklassikern.

Mit 85 bleibt Ann-Margret eine seltene Doppelbegabung

Ihr letzter größerer Filmauftritt war „A Holiday Spectacular“ aus dem Jahr 2022. Gerade das macht diesen 85. Geburtstag besonders: Ann-Margret steht heute für eine Generation von Entertainerinnen, die in Film, Fernsehen, Musik und auf der Bühne gleichermaßen bestehen konnten. Von der Einwandererkindheit in Illinois bis zu mehr als 55 Filmen reicht eine Karriere, die in Hollywood einen festen Platz hat.