Im Jahr 2020 lag Pacino schwer an Corona erkrankt zu Hause. Rettungssanitäter mussten kommen. Kurzzeitig hatte der „Pate"-Star keinen Puls mehr.
Al Pacino: „Ich war weg"
Diesen Satz sagte er später offen über diesen Moment, in dem er dem Tod von der Schippe sprang. Heute, sechs Jahre nach diesem Schockmoment, ist Al Pacinos Leben verwandelt. Im Juni 2023, mit 83 Jahren, wurde der Schauspieler zum vierten Mal Vater. Sein Sohn Roman – benannt nach Regie-Legende Roman Polanski – wird im Juni 2026 drei Jahre alt.
Zwar sind Pacino und Romans Mutter, die 54 Jahre jüngere Filmproduzentin Noor Alfallah, nicht mehr romantisch zusammen. Aber sie sehen sich nach eigenen Angaben täglich, um gemeinsam ihren Sohn zu erziehen. „Wer möchte nicht mit ihm zusammen sein? Er ist der coolste Typ", schwärmte Noor 2025 über den Hollywood-Star.
Al Pacino: Vom Bronx-Kind zum „Paten"
Seine Geschichte ist die eines echten American Dream. Am 25. April 1940 wurde Alfredo James Pacino in East Harlem, Manhattan, geboren. Die Eltern, beide sizilianische Einwanderer, trennten sich früh. Al wuchs bei seiner Mutter und den Großeltern in der South Bronx auf – in bescheidenen Verhältnissen, umgeben von den rauen Realitäten der 40er und 50er Jahre in New York.
Mit 17 verließ er die Schule, träumte von der Schauspielerei. Er arbeitete als Hausmeister, Postbote, Kellner – und büffelte nebenbei am legendären Actors Studio unter Regisseur Lee Strasberg. 1971 kam der Durchbruch mit „Panik im Needle Park". Nur ein Jahr später dann die Rolle seines Lebens: Als Michael Corleone in Francis Ford Coppolas „Der Pate" schrieb Pacino Filmgeschichte. Der Film holte drei Oscars, Pacino selbst bekam seine erste Oscar-Nominierung. Weitere sollten folgen – insgesamt neun Mal wurde er nominiert, bevor er 1993 für „Der Duft der Frauen" endlich den Hauptrollen-Oscar gewann.
Al Pacino: Die großen Rollen und der Attica-Schrei
„Hundstage", „Scarface", „Heat", „Serpico", „Glengarry Glen Ross", „Teufelskreis Alphabet", „Donnie Brasco" – die Liste von Pacinos Meisterwerken liest sich wie ein Best-of der amerikanischen Filmgeschichte. Ganze Generationen von Schauspielern sehen in ihm ihr Vorbild. Seine Intensität, sein unvergleichliches Lachen, sein berüchtigtes Brüllen – all das hat ihn unsterblich gemacht.
Unvergessen sein „Attica! Attica!"-Ruf in „Hundstage" von 1975, in dem er einen Bankräuber spielt, der ein verzweifeltes New York gegen die Polizei aufwiegelt. Die Szene wurde zum Symbol einer ganzen Generation, die gegen Ungerechtigkeit aufbegehrte. Auch als Tony Montana in „Scarface" (1983) schrieb er Filmgeschichte. Und 2019 stand er für Martin Scorsese noch einmal bei „The Irishman" neben Robert De Niro vor der Kamera – für viele Filmkritiker die beste Alterspaarung des modernen Kinos.
Al Pacino privat: Geheiratet hat er nie
Was viele nicht wissen: Al Pacino war trotz zahlloser Liebschaften nie verheiratet. Aus früheren Beziehungen hat er drei weitere Kinder: Tochter Julie Marie (heute 36) aus der Verbindung mit Schauspiellehrerin Jan Tarrant sowie die heute 25 Jahre alten Zwillinge Anton und Olivia aus seiner langen Beziehung mit Schauspielerin Beverly D'Angelo.
Das Älterwerden, sagte Pacino 2025 offen, fühle sich „absurd und verrückt" an. Doch statt Altersmüdigkeit zeigt der Star erstaunlichen Arbeitseifer. Immer wieder Rollen, immer wieder Dreharbeiten – als wüsste er, dass jeder Drehtag ein Geschenk ist. Kein Wunder nach dem Corona-Schock von 2020.
Al Pacino 2026: Neu im Kino mit Gus Van Sant
Dass Pacino auch mit 86 nichts vom Aufhören wissen will, zeigt sein aktuelles Projekt. Im Januar 2026 startete in den USA der True-Crime-Thriller „Dead Man's Wire" von Kult-Regisseur Gus Van Sant in den Kinos. Pacino spielt darin den Hypothekenmakler M.L. Hall, dessen Sohn in der realen Geiselnahme 1977 in Indianapolis entführt wurde. Die Weltpremiere feierte der Film im September 2025 bei den Filmfestspielen in Venedig. An seiner Seite: „Es"-Star Bill Skarsgård und „Stranger Things"-Liebling Dacre Montgomery.
86 Jahre alt, viermal Vater, zurück aus der Todesnähe und wieder mitten im Geschäft: Al Pacino ist das lebende Beispiel dafür, dass das beste Kapitel manchmal erst dann geschrieben wird, wenn andere längst das Buch zugeklappt haben.