Sie ist eine der größten Stimmen der deutschen Schlagergeschichte: Marianne Rosenberg (71) begeistert seit über fünf Jahrzehnten ihre Fans mit eingängigen Melodien und berührenden Texten. Doch ihre musikalische Reise begann früher als gedacht – und unter ungewöhnlichen Umständen.
Nächtliche Taxifahrten zu Berliner Kneipen
Im Podcast „Polaks Schlagertalk" enthüllt die Sängerin Details aus ihrer Kindheit, die heute kaum vorstellbar sind. „Wenn er dann mit Freunden nachts in Kneipen war und er getrunken hatte, wollte er sein kleines Mädchen singen hören“, erinnert sich Rosenberg.
Ihr Vater rief dann zu Hause an, und ihre Mutter setzte die damals etwa fünfjährige Marianne zusammen mit ihrem älteren Bruder ins Taxi. In der Kneipe angekommen, hob ihr Vater sie auf einen Tisch, wo sie für die Gäste sang – Songs wie „Schöner, fremder Mann“ von Connie Francis, aber auch traurige Lieder, die sie als Kind nicht verstand.
Unglaublich:
Harte Realität einer Großfamilie
Als drittes von sieben Kindern wuchs Marianne Rosenberg in schwierigen Verhältnissen auf, wie „schlager.de“ berichtet. Die Familie lebte am Existenzminimum im Nachkriegs-Berlin. Diese finanzielle Not erklärt auch, warum ihre frühe musikalische Begabung schnell zur Einnahmequelle wurde.
Bereits mit 14 Jahren gewann sie einen Talentwettbewerb und landete direkt im Fokus der Plattenfirma. „Für die Plattenfirmen habe ich mich zwei Jahre älter gemacht, sonst wäre es Kinderarbeit gewesen“, erinnert sie sich.
Verlorene Jugend und späte Erkenntnis
Die frühe Verantwortung hatte ihren Preis. „Ich habe erst als Twen erkannt, dass ich all das, was andere in meinem Alter hatten, nie hatte“, gesteht Rosenberg gegenüber „bz-berlin.de“. Die Abnabelung von der Rolle als „Marionette der Plattenindustrie“ folgte in den 80er-Jahren – eine künstlerische Krise, aus der sie gestärkt hervorging.
Passend:
Musik als Glücksort bis heute
Trotz der schwierigen Anfänge wurde Musik für Marianne Rosenberg „ein Glücksort“. Mit der Single „Mr. Paul McCartney“ gelang ihr 1970 der Durchbruch, 1975 folgte mit „Er gehört zu mir" der endgültige Mega-Erfolg. Heute, mit 71 Jahren, denkt sie nicht ans Aufhören.
Ihr aktuelles Album „Bunter Planet“ zeigt, dass die Bühne für sie nach wie vor der „größte Kick“ ist, wie schlager.de berichtet. Die Sängerin hat sich über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden und verschiedene Stile ausprobiert – vom Disco-Schlager bis zum tiefsinnigen Pop.