Sängerin und Entertainerin Caterina Valente ist am 9. September 2024 im Alter von 93 Jahren in ihrem Haus im schweizerischen Lugano gestorben. Was war ihre Todesursache?

Trauriger Abschied von Caterina Valente

Ihr Management teilte auf ihrer offiziellen Website mit, die Künstlerin sei „friedlich“ eingeschlafen; als Todesursache wurden natürliche Umstände genannt. An ihrer Seite waren ihre beiden Söhne Eric und Alessandro, die sie bis zuletzt begleiteten.

Die Beisetzung fand im engsten Kreis statt, große Zeremonien oder öffentliche Trauerfeiern hatte Valente ausdrücklich abgelehnt. Was bleibt, ist das unglaubliche Vermächtnis einer außergewöhnlichen Künstlerin

Caterina Valente wächst im Zirkus auf

Caterina Germaine Maria Valente wurde 1931 in Paris geboren, in eine Künstlerfamilie mit italienischen Wurzeln. Ihr Vater Giuseppe war Akkordeonist, ihre Mutter Maria trat als Musikclown auf, die Kinder standen schon früh gemeinsam in der Manege. Mit fünf Jahren betrat Valente erstmals die Zirkuskuppel.

Krieg, Gefangenschaft in Breslau und Deportation in die Sowjetunion prägten ihre Jugend. Nach der Rückkehr der Familie nach Paris begann sie mit 16 als Sängerin in einem Nachtclub – der Startpunkt einer Karriere, die sie später auf die größten Bühnen der Welt führen sollte.

Vom Jazzfestival zum Schlager-Wirtschaftswunder

Ende der 1940er-Jahre machte Valente erste Aufnahmen in Kopenhagen, später bei Radio Zürich. Der damalige Tanzorchester-Chef Kurt Edelhagen entdeckte sie und holte sie in sein Ensemble. 1955 feierte sie mit ihm beim 2. Deutschen Jazzfestival in Frankfurt einen großen Erfolg. Ihre Single „Ganz Paris träumt von der Liebe“ verkaufte sich in Deutschland binnen weniger Jahre Hunderttausende Male.

Titel wie „Fiesta Cubana“, „Komm ein bißchen mit nach Italien“, „Wo meine Sonne scheint“ und „Tschau, Tschau, Bambina“ machten sie in den 1950er- und 1960er-Jahren zur Stimme Nachkriegsdeutschlands.

Weltkarriere zwischen Bossa Nova und TV-Shows

Musikalisch ließ sich Valente nie auf ein Genre festlegen: Sie sang Jazz, Schlager, Chansons, Musical-Songs, Pop und Bossa Nova und nahm Lieder in neun Sprachen auf. Bereits 1959 brachte sie Bossa-Nova-Songs nach Europa und arbeitete mit Größen wie Chet Baker zusammen, mit dem sie „I’ll Remember April“ und „Ev’ry Time We Say Goodbye“ einspielte.

In den USA trat sie in über hundert TV-Sendungen auf, darunter die „Dean-Martin-Show“ und „The Entertainers“ mit Carol Burnett und Bob Newhart. 1965 erhielt sie als erste Nicht-Amerikanerin den FAME Award als beste Sängerin im US-Fernsehen. 

Rückzug, Lebenswerk und letzte Worte

In Deutschland prägten eigene TV-Formate wie „Bonsoir, Kathrin!“, „Die Caterina Valente-Show“ oder „Rendezvous bei Caterina Valente“ über Jahrzehnte das Fernsehbild. Parallel drehte sie Kinofilme wie „Mannequins für Rio“ und sammelte Auszeichnungen vom Echo-Lebenswerkpreis bis zum Bambi-Ehrenpreis.

1986 wurde sie im Guinness-Buch als „erfolgreichste Schallplattensängerin in Europa“ geführt, mit mehr als 1350 Aufnahmen. Später lebte sie zurückgezogen im Tessin.