Die Schlagerwelt sieht in Sänger Roland Kaiser den souveränen Entertainer, der mit seinen Hits ganze Arenen füllt. Doch für seine Familie, vor allem für Tochter Annalena Keiler, war der Weg dorthin von Sorgen geprägt. Jahrelang litt der heute 73‑Jährige an der Lungenkrankheit COPD, mit Krankenhausaufenthalten und ständiger Ungewissheit. Annalena, inzwischen 26, beschreibt nun, dass sie ihren Vater in den ersten Lebensjahren fast ausschließlich als schwer angeschlagenen Menschen erlebt hat. In einem neuen Interview spricht sie offen darüber, wie sehr diese Zeit ihr Bild von Familie und Normalität geprägt hat.
Annalena Keiler erinnert sich an Kindheit mit krankem Roland Kaiser
Als Kind sehnte sich Annalena nach ganz normalen Vater‑Tochter‑Momenten – Ausflüge, gemeinsame Aktivitäten, unbeschwerte Tage. Stattdessen bestimmten medizinische Termine und die eingeschränkte Belastbarkeit ihres Vaters den Alltag. „Warum kann Papa nicht mit auf den Camping‑Ausflug kommen, wo alle Kinder mit ihren Vätern hingehen?“, habe sie sich immer wieder gefragt, erzählt sie dem Magazin „Myillu“.
Sie habe lange nicht begreifen können, weshalb so vieles, was bei anderen selbstverständlich erschien, in ihrer Familie kaum möglich war. Die ersten zehn Jahre habe sie ihren Vater im Grunde nur krank gekannt – eine Erfahrung, die sie bis heute beschäftigt.
Lungentransplantation 2010 verändert das Familienleben
Der Wendepunkt kam 2010: Roland Kaiser erhielt eine Lungentransplantation, die ihm sprichwörtlich neues Leben schenkte. Für Annalena bedeutete dieser Eingriff nicht nur Hoffnung, sondern auch die Chance, ihren Vater ganz anders zu erleben.
Der Sänger selbst betont, er gehe seitdem besonders achtsam mit dieser zweiten Lebensphase um. „Ich lebe so, dass ich verantwortungsvoll mit meinem geschenkten Leben umgehe“, sagte der Schlagerstar im Gespräch mit der Zeitschrift „Frau im Spiegel“. Für seine Kinder eröffnete sich damit eine Realität, in der gemeinsame Erlebnisse plötzlich möglich wurden und die ständige Angst etwas in den Hintergrund trat.
Dankbarkeit statt Bitterkeit bei Roland Kaisers Tochter
Trotz der schmerzhaften Kindheitserinnerungen spricht Annalena heute ohne Groll über die Vergangenheit. Sie habe früh verstanden, dass ihr Vater nicht aus fehlendem Willen, sondern aus gesundheitlichen Gründen so eingeschränkt war. Gerade deshalb überwiegt für sie heute die Dankbarkeit.
„Natürlich sind wir sehr, sehr dankbar, dass es ihm so gut geht“, betont sie. Sie weiß, dass viele Transplantationspatienten nicht dieses Glück haben. Die enge Bindung zwischen Vater und Tochter habe sich in den Jahren nach der Operation spürbar vertieft – auch, weil die Familie jede gemeinsame Zeit bewusster wahrnimmt und sich der Zerbrechlichkeit dieses Glücks sehr bewusst ist.
Roland Kaisers Karriereboom nach schwerer Krankheit
Nur wenige Monate nach dem Eingriff stand Roland Kaiser wieder auf der Bühne – ein Moment, der für seine Familie fast symbolisch war. Bei einer großen TV‑Show von Carmen Nebel feierte er sein Comeback und knüpfte an alte Erfolge an. In den folgenden Jahren wurden seine Konzerte immer größer, seine Präsenz im deutschen Schlager noch dominanter.
„Dass die zweite Hälfte meiner Karriere deutlich größer ist als die erste, das konnte ich nicht erahnen“, staunte er einmal gegenüber RTL. Für Annalena ist dieser späte Karriereboom untrennbar mit der Genesung ihres Vaters verbunden: Er steht für Stärke, Durchhaltevermögen – und dafür, dass sich der lange Kampf gegen die Krankheit am Ende gelohnt hat.