Torsten Höllerich, der Sohn des verstorbenen Schlagersängers Roy Black, steht vor einem tiefen Einschnitt. Nach mehr als zwei Jahrzehnten in Kolumbien will der 49-Jährige noch in diesem Jahr nach Deutschland zurückkehren. Der Neustart fällt jedoch alles andere als leicht aus: In seiner alten Heimat gibt es nur wenige enge Bezugspersonen, beruflich muss er sich neu orientieren und auch familiär sind die Verbindungen brüchig geworden. Trotzdem richtet Höllerich den Blick nach vorn und plant, zunächst bei einem engen Freund in Emden unterzukommen.
Torsten Höllerich plant Rückkehr nach Emden
Geboren wurde Torsten Höllerich 1976 in München, 2005 wanderte er nach Kolumbien aus. Dort heiratete er, wurde Vater eines Sohnes und verlor nach dem Ende der Ehe das Sorgerecht für das Kind. Hinzu kamen wirtschaftliche Probleme: Das Erbe seines Vaters, rund 400.000 D-Mark, ist inzwischen aufgebraucht.
Seinen Lebensunterhalt verdiente er zuletzt mit Übersetzungen und Gelegenheitsjobs. Den bevorstehenden Schritt beschreibt er klar: „Ich fange mit 50 noch einmal komplett bei null an“, so Torsten Höllerich laut Bild.
Roy Black bleibt für seinen Sohn ein zentraler Halt
Ein wichtiger Grund für die Rückkehr ist die enge Verbindung zu seinem Vater. Roy Black, bürgerlich Gerhard Höllerich, starb im Oktober 1991 und wurde tot in seiner Fischerhütte gefunden. Offiziell lautete die Todesursache Herzversagen.
Für Torsten Höllerich ist die Erinnerung bis heute sehr präsent. „Ich habe meinen Vater sehr geliebt und seinen Tod noch nicht überwunden“, so Torsten Höllerich laut Focus. Er erinnert sich an gemeinsame Ferien und an eine Beziehung, die er selbst als freundschaftlich beschrieben hat. Auch das Grab seines Vaters in Deutschland zieht ihn zurück.
Walter Höllerich reagiert reserviert auf die Pläne
Familiären Rückhalt gibt es in Deutschland kaum. Sein Onkel Walter Höllerich, der in Oberbayern eine Fischzucht betreibt, hat ihn seit mehr als 35 Jahren nicht gesehen. Entsprechend distanziert fiel die Reaktion auf die Rückkehrpläne aus. Torsten Höllerich kenne er „nur aus der Zeitung oder von seinem Handyfoto, wenn wir mal telefonieren“, sagte der Onkel.
Auch die Halbschwester Nathalie, die aus Roy Blacks Beziehung mit Carmen Böhning stammt, spielte in seinem Leben bislang kaum eine Rolle. Laut t-online trafen sich die beiden nur einmal, bei der Beerdigung ihres Vaters.
Torsten Höllerich steht vor einem Leben ohne Netz
Zu den familiären Brüchen kommen schwere persönliche Erfahrungen. Nach dem Scheitern seiner Ehe erlitt Torsten Höllerich einen Nervenzusammenbruch, zudem ist von einem lebensgefährlichen Schock die Rede.
Seine Mutter Silke Höllerich, die inzwischen ebenfalls verstorben ist, beschrieb er als den „erziehenden Teil“ der Familie. Trotz der Trennung seiner Eltern habe zwischen ihnen ein respektvoller Umgang geherrscht, der ihn geprägt habe. Nun beginnt für ihn ein neuer Abschnitt in Deutschland, mit wenig Sicherheit, aber mit dem klaren Wunsch, wieder in seiner Heimat anzukommen.