Vanessa Mai gehört seit Jahren zu den prägenden Stimmen im deutschen Schlager. Ihren Start hatte die Sängerin bei Wolkenfrei, seit 2016 ist sie solo erfolgreich. Auf der Bühne wirkt die 34-Jährige souverän und selbstbewusst, doch abseits des Rampenlichts sah es lange anders aus.

Im Podcast „Schön laut“ sprach sie mit Lola Weippert über Erfahrungen mit Kolleginnen und Kollegen, die sie tief verletzt haben. Dabei ging es nicht um große Skandale, sondern um Gesten, Blicke und Sätze, die bei ihr noch lange nachwirkten.

Vanessa Mai spricht über Ignoranz im Backstage-Bereich

Besonders belastend seien für sie Momente gewesen, in denen sie bewusst übergangen wurde. „Jemand kommt in den Raum rein und gibt dir schon dieses Rücken-Zudrehen oder dieses Nichtbeachten oder Nicht-mit-dir-Reden, obwohl die Person dich ganz klar wahrnimmt“, sagte Vanessa Mai im Podcast.

Solche Situationen empfindet sie als mehr als bloße Unhöflichkeit. Gerade weil sie nach eigener Aussage sensibel auf zwischenmenschliche Spannungen reagiert, treffen sie diese Begegnungen stark. Für Außenstehende mögen es Kleinigkeiten sein, für sie hatten sie oft ein großes Gewicht.

Die 34-Jährige reagierte oft sehr emotional

„Sprüche drücken gab es auch schon", offenbart Vanessa und macht deutlich wie nah ihr solche Situationen gehen und wie schnell sie verletzt sei: Ich bin dann auch jemand, ich könnte direkt ins Klo heulen.“ 

Manches beschäftige sie sogar noch Tage oder Wochen später, wenn die eigentliche Situation längst vorbei sei: „Beim Waschmaschine-Ausräumen fällt mir dann sowas ein in zwei Wochen.“

Ältere Kollegen sieht Vanessa Mai kritischer

Auffällig ist für die Schlagersängerin ein Unterschied zwischen den Generationen. Vor allem mit älteren Kolleginnen und Kollegen habe sie häufiger schwierige Erfahrungen gemacht. Als möglichen Grund nennt sie ein Konkurrenzdenken, das nach ihrer Wahrnehmung stärker ausgeprägt sei.

Ich weiß nicht, woran es liegt. Wahrscheinlich an dieser ganzen Thematik 'Es kann nur eine geben' und 'Wir nehmen uns was weg'“, so Vanessa. 

Jüngere Künstler erlebe sie dagegen oft solidarischer und offener. Dort nehme sie mehr Unterstützung wahr und deutlich weniger das Gefühl, sich gegenseitig im Weg zu stehen.

Vanessa Mai selbst versucht sich mit all ihren Kollegen stets gut zu halten: „Ich versuche immer, zu allen nett zu sein. Und wenn irgendwann mal eine Situation war, die komisch für jemand war – sorry, dann war es nicht mit Absicht.“