Donald Trump nutzt seinen Bekanntheitsgrad seit Jahren, um Produkte aller Art zu platzieren – vom Luxuswasser über Steaks bis zu neuen Parfums und Uhren. Aus Verbrauchersicht sind diese Angebote vor allem eines: ein Test, wie viel Aufpreis eine Marke tragen kann. Bereits 2004 kam mit „Trump Ice“ ein stilles Wasser in edlen Flaschen auf den Markt, später folgten „Trump Steaks“ und das Brettspiel „Trump: The Game“, das an Monopoly erinnert. Viele dieser Projekte erzielten geringe Verkaufszahlen, zeigen aber, dass die Zahlungsbereitschaft seiner Anhänger gezielt mit Statusversprechen angesprochen wird, meldet wmn.de.

Trump-Parfums für 249 Dollar pro Flasche

Aktuell stehen Düfte im Mittelpunkt: Die Parfums „Victory 45-47“ werden mit Schlagworten wie Sieg, Stärke und Erfolg beworben. „Die Trump-Parfums sind da. Sie heißen ‚Victory 45-47‘, weil sie für Sieg, Stärke und Erfolg stehen – für Männer und Frauen“, erklärte Trump auf seinem Netzwerk Truth Social, zitiert nach n-tv.de. Der Preis: 249 Dollar, rund 210 Euro, pro Flakon.

Laut Produktbeschreibung soll die Damenversion Selbstbewusstsein und Entschlossenheit ausdrücken, das Herren-Eau-de-Cologne richtet sich an Männer, die „mit Stärke, Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit führen“ wollen. Für Konsumenten bedeutet das: sehr hoher Preis, während Herkunft der Inhaltsstoffe, Haltbarkeit und Qualitätsstandards im Hintergrund bleiben.

Lizenzmodell: Name gegen Gebühr

Ein wichtiger Hinweis steckt im Kleingedruckten: Die Düfte werden nicht von Trump selbst entworfen oder hergestellt, sondern unter Markenlizenz produziert. Dieses Modell wendet er seit Jahren an – sein Name prangt auf Sneakern, Bibeln, Gitarren und weiteren Artikeln, während externe Firmen Entwicklung und Vertrieb übernehmen, berichtet watson.ch.

Für Verbraucher heißt das: Qualität und Produktion liegen bei Drittanbietern, bezahlt wird vor allem für die Nutzung der Marke. Wer solche Fanprodukte kauft, sollte daher prüfen, ob Preis, Materialien, Garantien und Service mit klassischen Premiumherstellern vergleichbar sind oder ob primär ein politisch aufgeladener Imagefaktor im Spiel ist.

Krypto, Uhren und Münzen als Fan-Investments

Neben Verbrauchsgütern setzt Trump auch auf Finanz- und Prestigeprodukte. Eine eigene Kryptowährung mit seinem Namen brachte ihm laut „Forbes“ rechnerisch bis zu 315 Millionen Dollar ein, auch wenn der Kurs stark schwankte, wie n-tv.de berichtet.

Hinzu kommen Luxusuhren „Made in Switzerland“ mit Werken aus La Chaux-de-Fonds und Preisen bis 100.000 Dollar – 147 Stück, eines davon trägt er selbst. Ergänzt wird das Sortiment durch eine Silbermünze für 100 Dollar, deutlich über Materialwert.

Aus Sicht von Käufern sind das keine klassischen Anlageprodukte, sondern spekulative Fanartikel, deren Wert stark von politischer Stimmung, Sammlerinteresse und Knappheit abhängt.

Lehren für Verbraucher: Hype vom Nutzen trennen

Für Konsumenten lassen sich aus den zahlreichen Projekten einige Grundregeln ableiten. Erstens: Der Produktkern ist oft austauschbar – Wasser bleibt Wasser, ein Brettspiel bleibt ein Spiel, ein Duft bleibt ein Parfum. Der hohe Preis speist sich vor allem aus der inszenierten Exklusivität.

Zweitens: Lizenzprodukte sollten wie jede andere Marke anhand von Qualität, Transparenz und unabhängigen Bewertungen beurteilt werden, nicht anhand des prominenten Namens.

Drittens: Politisch aufgeladene Merch-Artikel eignen sich nur bedingt als Geldanlage, weil die Nachfrage stark von kurzfristigen Stimmungen abhängt. Wer diese Punkte beachtet, kann besser einschätzen, ob er ein hochwertiges Produkt oder vor allem ein teures Symbol kauft.