Der Mitteldeutsche Rundfunk zieht bei seinen Krimi-Formaten die Notbremse. Für „Tatort“ aus Dresden und „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg werden in den kommenden Jahren keine neuen Folgen produziert, wie es in einer Mitteilung des Senders heißt.

Damit geraten Schauspielerin Cornelia Gröschel als Oberkommissarin Leonie Winkler, Schauspieler Martin Brambach als Peter Michael Schnabel sowie Lilja van der Zwaag als Milla Brandis in eine erzwungene Pause. Auch Claudia Michelsen als Doreen Brasch und Felix Vörtler als Uwe Lemp sind betroffen. Für das Publikum heißt das: Es gibt zwar weiter Ausstrahlungen, aber keine frisch gedrehten Fälle.

Cornelia Gröschel und Claudia Michelsen müssen pausieren

Besonders hart trifft die Entscheidung die beiden ostdeutschen Ermittlerwelten, die sich über Jahre einen festen Platz im Sonntagabend-Programm gesichert haben. Das Dresdner Team ist seit 2016 im Einsatz und lieferte mit einer Ausnahme im Jahr 2024 regelmäßig zwei Fälle pro Jahr. Aus Magdeburg kamen seit 2013 meist ein bis zwei neue Krimis jährlich. 

Ralf Ludwig nennt die Finanzlage als Grund

Hinter dem Einschnitt steht die angespannte finanzielle Situation des MDR. Hauptgrund ist offenbar die nicht umgesetzte Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2025. Eigentlich sollte dieser von 18,36 Euro auf 18,94 Euro steigen, dazu kam es jedoch nicht.

MDR-Intendant Ralf Ludwig fand klare Worte: „Wäre die aus unserer Sicht rechtmäßige moderate Anhebung des Rundfunkbeitrags seit 1. Januar 2025 so umgesetzt worden, wie von der KEF empfohlen, müssten wir diesen nun einschneidenden Weg nicht gehen", sagte er laut „Bild“.

Weiter erklärte er: „Doch die Realität lässt uns keine andere Wahl, wir können die seit 1. Januar 2025 fehlenden Einnahmen als MDR nicht mehr kompensieren.“

Dresdner Tatort und Magdeburger Polizeiruf bleiben im Programm

Ganz verschwinden werden die beiden Reihen trotzdem nicht. Bereits abgedrehte Episoden sollen weiterhin ausgestrahlt werden und liegen nach Senderangaben schon im Archiv. So bleibt das bekannte Personal zumindest auf dem Bildschirm präsent, auch wenn hinter den Kulissen vorerst Stillstand herrscht. 

MDR streicht auch Sputnik und gibt Formate ab

Die Krimi-Pause ist nur ein Teil eines größeren Sparkurses. Der MDR will das „ARD-Mittagsmagazin“ ab 2027 abgeben, der NDR gilt als möglicher Nachfolger. Auch „MDR um 2“ soll ab 2027 nicht mehr als lineares TV-Magazin laufen, sondern als Streamingformat für regionale Themen weiterentwickelt werden. Hinzu kommt das Aus von „MDR Sputnik“ über UKW ab 2027.