Das Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hat nicht nur sportlich Spuren hinterlassen. Auch für ARD und ZDF ist der Einschnitt deutlich, denn die Spiele der DFB-Elf waren bislang die größten Zuschauermagnete des Turniers.
Mit dem Sechzehntelfinal-Aus gegen Paraguay endet die deutsche Beteiligung früher als viele erwartet hatten. Damit stellt sich sofort die Frage, was das für die TV-Übertragungen bedeutet und ob die öffentlich-rechtlichen Sender ihr Programm nun kurzfristig umbauen.
ARD hält an der bisherigen WM-Planung fest
Für Fußballfans gibt es bei der Übertragung jedoch eine klare Nachricht: Die ARD will ihren Kurs nicht ändern. Der Sender teilte mit, dass es zwar „leider kein Achtelfinale mit deutscher Beteiligung in der ARD geben“ werde, doch „darüber hinaus ändert sich in den Planungen aber nichts Grundlegendes", so die ARD laut „90min.de“.
Auch die Sendezeiten sollen sich weiterhin nach den Partien richten, die im Ersten gezeigt werden. Das bedeutet, dass der weitere Turnierverlauf trotz des deutschen Ausscheidens regulär im Programm bleibt.
ZDF sendet weiter wie geplant
Auch beim ZDF gibt es keinen Kurswechsel. Der Sender erklärte, dass die bisherige Programmplanung bestehen bleibt und die Spiele wie vorgesehen gezeigt werden.
Wie „90min.de“ berichtet, wird auch die Verteilung der Achtelfinalspiele weiterhin zwischen ARD, ZDF und der Telekom abgestimmt. Welche Partie bei welchem Anbieter läuft, soll nach Abschluss der laufenden Runde der letzten 32 Teams endgültig feststehen. Für das Publikum bleibt die Struktur der Übertragungen damit im Kern unverändert.
DFB-Spiele waren die klaren Quotenführer
Dass das deutsche Aus für die Sender schmerzt, zeigt der Blick auf die bisherigen Reichweiten. Die vier Partien der DFB-Auswahl waren zugleich die vier meistgesehenen Spiele des Turniers. Besonders das Ausscheiden im Elfmeterschießen erzielte starke Werte: Im ZDF verfolgten durchschnittlich 17,57 Millionen Menschen die Niederlage, der Marktanteil lag bei 74,5 Prozent, so die „AGF Videoforschung“.
Solche Zahlen unterstreichen, wie wichtig die Nationalmannschaft für die TV-Sender war. Ohne Deutschland dürfte die Begeisterung beim breiten Publikum nun deutlich abkühlen.
Achtelfinale ohne Deutschland verändert die Stimmung
Vor allem emotional ist das frühe Ende ein harter Dämpfer für die WM-Stimmung in Deutschland. Ein K.-o.-Spiel mit deutscher Beteiligung hätte den Sendern erneut hohe Reichweiten beschert, doch dazu kommt es nun nicht mehr. Trotzdem halten ARD und ZDF an ihren Abläufen fest.
Für Fans des Turniers heißt das: Die Weltmeisterschaft bleibt im frei empfangbaren Fernsehen präsent, auch wenn der größte nationale Anreiz fehlt. Das Event läuft weiter, nur ohne die Mannschaft, die bislang die meisten Menschen vor den Bildschirm zog.