Jörg Schönenborn (61) hat am 6. Juli 2026 seine Premiere als Moderator der „Tagesthemen“ gefeiert und wirkte dabei zugleich neu und vertraut. Er begrüßte das Publikum mit ruhigen Worten und führte direkt durch die wichtigsten Themen des Abends. Im dunkelblauen Anzug, mit weißem Hemd und lila-weiß gemusterter Krawatte, hielt sich der Journalist bei seinem Einstieg bewusst zurück.
Jörg Schönenborn startet mit klarer Haltung
Gerade diese kontrollierte Art passte zu einem Fernsehprofi, der seit Jahrzehnten zum ARD-Gesicht gehört und nun eine der sichtbarsten Rollen des Senders übernimmt. Schon vor seinem ersten Auftritt hatte Schönenborn erklärt, wie er die Sendung prägen möchte.
„Ich möchte für Journalismus stehen, der richtig ist, der vollständig ist, der Neugier zeigt, der Perspektiven einnimmt, die wir noch nicht kennen“, sagte Jörg Schönenborn laut „Spiegel“. Inhaltlich setzte seine erste Moderation genau dort an.
Zunächst ging es um den umstrittenen Anruf von US-Präsident Donald Trump (80) bei Fifa-Chef Gianni Infantino (56) wegen einer Schiedsrichterentscheidung zulasten der US-Nationalmannschaft. Später sprach Schönenborn mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil über den neuen Haushaltsentwurf.
Lars Klingbeil im Interview deutlich bedrängt
Vor allem im Gespräch mit Klingbeil (48) zeigte sich, warum Schönenborn für diese Aufgabe ausgewählt wurde. Er fragte konzentriert nach, unterbrach den Minister und hakte bei der Schuldenbremse spürbar nach. Die Antwort des SPD-Politikers blieb bei der Linie, dass in Sicherheit und Zukunft investiert werden müsse.
Auch abseits dieses Interviews wirkte der Moderator sicher in seiner neuen Position. Er gab an Kolleginnen und Kollegen ab, etwa vor dem Nato-Gipfel nach Ankara zu Tina Hassel (62) oder bei den Wetteraussichten zu Claudia Kleinert (56), und führte dennoch klar durch die Sendung.
Verabschiedung mit persönlichem Satz
Am meisten Nachhall hatte am Ende jedoch nicht ein politisches Thema, sondern Schönenborns Abschiedsgruß. „Tschüss und lassen Sie es gut gehen“, sagte er zum Abschluss, wie „t-online.de“ berichtet. Ob dabei ein „sich“ fehlte oder ob genau diese Formulierung künftig zu ihm gehören soll, blieb offen.
Fest steht: Bei den „Tagesthemen“ haben solche letzten Sätze Tradition. Ingo Zamperoni (52) verabschiedet sich regelmäßig mit „Bleiben Sie zuversichtlich!“, Ulrich Wickert (83) wünschte früher stets „eine geruhsame Nacht“. Schönenborn könnte nun ebenfalls eine eigene Note gefunden haben.
ARD-Profi mit langer Geschichte bei den „Tagesthemen“
Ganz neu ist Schönenborn in diesem Umfeld ohnehin nicht. Bereits 1992 berichtete er live für die Sendung, später als Korrespondent für Nordrhein-Westfalen und dann mit Analysen aus dem Wahlstudio. Als Wahlmoderator der ARD und Gastgeber des „Presseclubs“ ist er seit Langem fest im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verankert.
Nun ergänzt er gemeinsam mit Jessy Wellmer (46) und Ingo Zamperoni das feste Trio der Hauptmoderation, Julia-Niharika Sen (59) und Susanne Stichler gehören zum erweiterten Team. Laut „sueddeutsche.de“ hatte Schönenborn selbst zunächst gar nicht mit dieser Aufgabe gerechnet.