Die erfolgreiche ZDF-Reihe „Ku’damm 56“, „Ku’damm 59“, „Ku’damm 63“ und die neue Staffel „Ku’damm 77“ lässt das Nachkriegs-Berlin mit großer Detailtreue wiederaufleben. Hinter den Kulissen steckt dafür ein enormer Aufwand: Straßen werden umgebaut, historische Fassaden restauriert, moderne Elemente digital entfernt. Zwischen Dieselgeruch und Motorenlärm entsteht so das Berlin der 1970er – mitten im heutigen Stadtverkehr.
Tanzschule Galant in Charlottenburg statt direkt am Ku’damm
Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist die Tanzschule Galant der Familie Schöllack. In der Serie liegt sie direkt am Kurfürstendamm, tatsächlich befindet sich der wichtigste Außenstandort jedoch in der Richard-Wagner-Straße 37 in Berlin-Charlottenburg. Fas Produktionsteam verwandelte den gesamten Straßenzug mit großem Setdesign-Aufwand in eine Kulisse der Fünfziger. Der echte Ku’damm kam wegen seiner dicht gepflanzten Bäume nicht in Frage. Selbst der U-Bahnhof Kurfürstendamm ist ein Trick: Die Szenen wurden am Alexanderplatz gedreht, der in der Postproduktion an die Zeit angepasst wurde.
Palais am Funkturm und Funkhaus Nalepastraße als Kulissenstars
Für die glamourösen Szenen der Reihe nutzt die Produktion das Palais am Funkturm auf dem Berliner Messegelände. Die Fassade wirkt wie aus der Zeit gefallen und brauchte nur wenige Anpassungen, um als Treffpunkt für Monika und Joachim oder Wolfgang und Hans zu dienen. Das Gebäude ist eine gefragte Filmkulisse und war bereits in der Netflix-Serie „Das Damengambit“ als Hotel in Las Vegas zu sehen. Die Außenkulisse der fiktiven Franck Werke, die Joachim von seinem Vater erbt, ist in Wahrheit das Funkhaus in der Nalepastraße 18 – dort wird im echten Leben Musik produziert, nicht Waffen.
Delphi Filmpalast, Metropol und Zoo Palast als Kinowelten
Auch die Kinolandschaft Berlins spielt in „Ku’damm“ eine wichtige Rolle. Die Filmpremiere des Heimatfilms „Nicki und Freddi machen Musik“ mit Freddy und Monika auf dem roten Teppich wurde vor dem traditionsreichen Delphi Filmpalast in der Kantstraße 12 inszeniert. Das ehemalige Stummfilmkino war schon für „Babylon Berlin“ als Moka Efti im Einsatz. Für den Vorentscheid des Eurovision Song Contest diente das Metropol am Nollendorfplatz als Schauplatz, das seit 2019 wieder als Club genutzt wird. Das Kino, das Eva mit Fußballer Rudi besucht, ist der über hundert Jahre alte Zoo Palast, in dem heute zahlreiche Filmpremieren stattfinden.
Gespensterwald Nienhagen als dramatischer Rückzugsort
Einer der eindrucksvollsten Drehorte liegt weit außerhalb Berlins: Joachims geheimer Rückzugsort an der Ostsee. Dort verbringt er mit Monika einen entscheidenden Tag, an dem er eine tragische Entscheidung trifft. Es handelt es sich um den Gespensterwald im Ostseebad Nienhagen zwischen Heiligendamm und Warnemünde. Die vom Seewind gebogenen Eichen, Buchen und Eschen an der Steilküste erzeugen eine fast märchenhafte Atmosphäre, besonders bei Sonnenuntergang. Weitere Außendrehorte der Reihe sind unter anderem die Schlossbrücke in Charlottenburg, der Rudolph-Wilde-Park, das Schloss Marquardt sowie die Heilanstalten in Berlin-Buch. Die Innenaufnahmen entstehen im Studio der UFA am Tempelhofer Feld.
