Beim WDR ist es am Montagnachmittag zu einem seltenen Zwischenfall gekommen: Während der laufenden Livesendung „Hier und heute“ brach das Bild plötzlich ab. Statt des regulären Programms sahen Zuschauer erst ein schwarzes Bild mit WDR-Logo, dann den Hinweis auf eine technische Störung.
Kurz darauf erklärte ein Laufband, dass wegen eines Feueralarms ein Ersatzprogramm gesendet werde. Für den Sender war das ein Einschnitt, der sich nicht nur auf wenige Minuten beschränkte, sondern weite Teile des weiteren Ablaufs im Kölner Funkhaus beeinflusste.
Miriam Lange muss Live-Studio sofort verlassen
Moderatorin Miriam Lange stand gerade für „Hier und heute“ vor der Kamera, als der Alarm losging. In einer Instagram-Story filmte sie sich beim Verlassen des Studios und blieb dabei auffallend ruhig: „Wir haben einen Feueralarm. Wir müssen jetzt nach draußen. Mal gucken, was passiert.“
Wenig später ergänzte sie auch: „Nicht wundern, es wird jetzt keiner mehr im Studio sein. Verrückt.“ Später beschrieb sie den Vorfall als den ungewöhnlichsten Auftakt in eine neue Sendewoche ihrer langen TV-Laufbahn.
Brandgeruch im Gebäude stoppt „Hier und heute“
Auslöser war ein Brand im WDR-Gebäude „Rechtschule“, einem Anbau des Funkhauses am Wallrafplatz in Köln, so DWDL. Mitarbeitende hatten dort Brandgeruch bemerkt, außerdem füllte sich ein Treppenhaus mit Rauch. Mehrere Rauchmelder lösten aus, die Feuerwehr rückte an.
Laut WDR entstand das Feuer bei Dachdeckerarbeiten auf dem Flachdach. In Dehnungsfugen zwischen zwei Gebäudeteilen gerieten Spanplatten in Brand. Über eine Zuluftöffnung wurde der Rauch ins Haus gezogen und dort weiter verteilt. Als Ersatz lief im TV darauf zunächst „Grenzenlos köstlich“.
Susanne Wieseler und Michael Dietz senden aus dem Lichthof
Die Folgen waren auch am Abend noch deutlich sichtbar. Weil die eigentlichen Studios nicht genutzt werden konnten, wurde die „Aktuelle Stunde“ nicht aus der gewohnten Umgebung gesendet. Stattdessen moderierten Susanne Wieseler und Michael Dietz die Sendung aus einer Passage im Lichthof der WDR-Arkaden, rund 100 Meter entfernt vom regulären Studio.
Beide standen dabei in Privatkleidung vor der Kamera, Reporterin Estella Mazur war per Schalte zugeschaltet. Auch die spätere Ausgabe von „WDR aktuell“ musste an denselben Ausweichort verlegt werden.
Feuerwehr löscht Brand in der Nacht vollständig
Am Abend teilte der WDR mit, dass der Brand selbst gelöscht sei, die Entrauchung des Gebäudes aber weiter andauere. Deshalb blieb der improvisierte Sendeort zunächst notwendig. In einem späteren Instagram-Beitrag schilderte Miriam Lange den Moment noch genauer. „Noch nie in mehr als 20 Jahren musste ich aus einer laufenden Livesendung das Studio verlassen, ohne dass ich den Zuschauern erklären konnte, was los ist.“
Sie sprach außerdem von „beißendem Gestank“ im Studio und einer Situation, die sich für sie schlicht schräg angefühlt habe. In der Nacht bestätigte die Feuerwehr schließlich nach einer weiteren Kontrolle, dass das Feuer vollständig gelöscht war.