Als das ZDF 2004 mit „Bianca – Wege zum Glück“ seine erste deutschsprachige Telenovela startete, ahnte niemand, wie sehr die Liebesgeschichte um Hausangestellte Bianca Berger und Bankierssohn Oliver Wellinghoff das Nachmittagsprogramm prägen würde.
Über 200 Folgen lang wurde im fiktiven Tannenau geliebt, intrigiert und gelitten, bis Bianca und Oliver schließlich doch vor den Traualtar traten. Die Serie war so erfolgreich, dass sie verlängert, international adaptiert und später in der ZDFmediathek komplett verfügbar gemacht wurde. Wir zeigen euch, was die Darsteller 21 Jahre nach Serien-Ende machen.
Tanja Wedhorn zeigt Vielseitigkeit zwischen Arztpraxis und Nordsee
Schauspielerin Tanja Wedhorn wurde mit der Titelrolle der Bianca Berger-Wellinghoff schlagartig einem Massenpublikum bekannt. Für die Figur der unschuldig verurteilten Hausangestellten, die um Liebe und Gerechtigkeit kämpft, erhielt sie 2005 die Goldene Romy als „Beliebtester weiblicher Shootingstar“.
Nach dem Telenovela-Erfolg etablierte sie sich konsequent im TV-Filmfach: Hauptrollen in „Barbara Wood: Sturmjahre“, „Mein Herz in Afrika“ oder „Ein Sommer im Elsass“ zeigten ihre Bandbreite. Seit 2017 prägt sie als Ärztin Nora Kaminski die ARD-Reihe „Praxis mit Meerblick“, außerdem spielte sie in „Fritzie – Der Himmel muss warten“ eine Lehrerin mit Brustkrebsdiagnose.
Patrik Fichtes Karriere als Schauspieler und Regisseur
Patrik Fichte, der in der Telenovela den millionenschweren Banker Oliver Wellinghoff spielte, war schon vor „Bianca“ ein vertrautes Gesicht im Vorabendprogramm – unter anderem durch „Verbotene Liebe“. Nach dem Happy End mit Bianca setzte er seine Laufbahn in zahlreichen TV-Reihen fort, von „Rosamunde Pilcher“ über „Kreuzfahrt ins Glück“ bis „Rote Rosen“.
Gleichzeitig baute Fichte seine zweite Karriere hinter der Kamera aus: Er arbeitet heute intensiv als Regisseur, etwa bei der ARD-Telenovela „Rote Rosen“.
Nicola Ransom präsentiert starke Antagonistinnen auf Bühne und Bildschirm
Nicola Ransom verkörperte in „Bianca – Wege zum Glück“ die skrupellose Katy Neubauer, später Katy Wellinghoff – eine der prägnantesten TV-Bösewichte jener Zeit. Ihre Darstellung brachte ihr eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis ein. Nach dem Ende der Serie kehrte sie als Katy in „Julia – Wege zum Glück“ zurück und baute parallel eine intensive Theaterkarriere auf.
Dort spielte sie in Stücken wie „Die 39 Stufen“, „Der dressierte Mann“ und „Lieber schön“ häufig komplexe, komödiantische Frauenfiguren. Im Fernsehen ist sie weiterhin präsent – etwa in „Tatort“, „Stralsund“, „Das Netz – Prometheus“ oder seit 2024 als machtbewusste Bürgermeisterin Natalie Bellen in der Sat.1-Serie „Das Küstenrevier“.
Christoph Mory zeigt Kontinuität zwischen Serien und Coaching
Christoph Mory spielte in „Bianca – Wege zum Glück“ den Chauffeur Edmund „Eddie“ Behringer, der zeitweise Biancas Verlobter ist. Der Berliner stand bereits als Zwölfjähriger für den Film „Warten bis Lili kommt“ vor der Kamera und hat seitdem eine beeindruckende Serienkarriere aufgebaut. Nach „Bianca“ folgten lange Engagements in „Rote Rosen“ und „Verbotene Liebe“, dazu Auftritte in Formaten wie „In aller Freundschaft“, „Notruf Hafenkante“, „Die Rosenheim-Cops“, „Sturm der Liebe“ und „Bettys Diagnose“.
Parallel hat Mory eine Ausbildung zum Schauspielcoach absolviert und arbeitete mehrere Jahre hinter den Kulissen der Daily „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, wo er den Cast betreute.
Kerstin Gähte prägt TV-Telenovelas bis zum Abschied
Schauspielerin Kerstin Gähte, Jahrgang 1958 aus Düsseldorf, verkörperte in „Bianca – Wege zum Glück“ die stolze Ariane Wellinghoff. Vor ihrer TV-Karriere hatte sie bereits eine medizinische Ausbildung absolviert und sich anschließend an der Schauspielschule Leistikow zur Darstellerin ausbilden lassen.
Nach ihrem Durchbruch auf Theaterbühnen wie dem Staatstheater Hannover folgte eine lange TV-Laufbahn: Gähte spielte in „Die Anrheiner“, zahlreichen Krimiformaten und später erneut in großen Telenovelas wie „Sturm der Liebe“, wo sie gleich zwei markante Rollen übernahm. 2017 starb sie in ihrer Heimatstadt nach einer zweijährigen Krebserkrankung, hinterließ ihren Ehemann Lutz Reichert und einen Sohn.
Peter Hladik präsentiert facettenreiche Karriere nach „Bianca“
Peter Hladik war als Bankier Alexander Wellinghoff das Patriarchen-Gesicht der Serie. Der ausgebildete Bühnenschauspieler hatte bereits in der DDR als Mitglied des Berliner Ensembles in Brecht-Inszenierungen große Anerkennung gefunden. Nach der Wende setzte er seine Karriere nahtlos fort, spielte in Produktionen wie „Alle zusammen – jeder für sich“ und später in der ZDF-Komödie „Zwei Bräute und eine Affäre“ erneut an der Seite von Tanja Wedhorn.
Parallel etablierte sich Hladik als markante Stimme in Hörspielen und Synchronisationen, etwa als Sherlock Holmes in der 3. Staffel der britischen Serie oder als Dr. Bernard Nadler in „Lost“. Auch im Dokumentarfilm-Bereich ist er als Sprecher gefragt.
