Die Nachricht trifft viele Fans von TV-Krimis hart: Der MDR will neue Folgen des „Tatort“ aus Dresden und des „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg für mehrere Jahre nicht weiter produzieren. Hintergrund sind Sparmaßnahmen des Senders. Besonders brisant ist der Schritt, weil beide Reihen eng mit ihren Regionen verbunden sind und als feste Größen im Programm gelten.
Martin Brambach und Cornelia Gröschel warnen vor Folgen
Während noch bereits abgedrehte Episoden ausgestrahlt werden sollen, wächst zugleich die Sorge, dass eine längere Unterbrechung weit mehr beschädigen könnte als nur einen Sendeplan.
Die Dresdner Ermittler Martin Brambach (58) und Cornelia Gröschel (38) meldeten sich in einem gemeinsamen Statement auf Instagram zu Wort. Sie zeigen Verständnis für die finanzielle Lage des Senders, stellen aber klar, dass sich Filmproduktionen nicht einfach anhalten und später problemlos neu starten lassen.
„Wenn wir drei Jahre nicht produzieren, gehen lang aufgebaute Strukturen kaputt“, so die Schauspieler auf Social Media. Gemeint sind eingespielte Teams, entwickelte Stoffe, gesicherte Drehorte und langfristige Verträge. Aus ihrer Sicht steht damit nicht nur eine Pause im Raum, sondern ein tiefer Einschnitt für die gesamte Produktionslandschaft.
Claudia Michelsen kritisiert die Entscheidung des MDR
Auch Schauspielerin Claudia Michelsen (57), die seit 2013 Kriminalhauptkommissarin Doreen Brasch spielt, reagierte deutlich. Sie sieht in der Entscheidung mehr als nur eine Sparmaßnahme. Sie sagte: „Eigentlich möchte ich schon lange nicht mehr über den Osten oder den Westen reden. Aber wir kommen mit dieser fatalen Entscheidung des MDR tatsächlich wieder in die Situation zu sagen: Was passiert hier mit dem Osten?“
Gleichzeitig zeigte sie sich kämpferisch und verwies auf laufende Gespräche mit MDR-Intendant Ralf Ludwig (58) und Programmdirektor Boris Lochthofen (51). Für den Magdeburger Krimi war zuletzt sogar ein neuer Produktionsschritt mit Ufa Mitte in Leipzig vorbereitet worden.
Oberbürgermeister aus Magdeburg und Dresden fordern Erhalt
Der Widerstand kommt inzwischen nicht mehr nur aus dem Kreis der Schauspieler. Auch die Oberbürgermeister von Magdeburg und Dresden setzen sich für den Fortbestand der Formate ein. Damit bekommt die Debatte eine politische Dimension, denn beide Reihen gelten als wichtige Aushängeschilder ihrer Städte und der mitteldeutschen Medienlandschaft.
Gerade der regionale Bezug spielt für viele Beteiligte eine zentrale Rolle. Die Geschichten aus Ostdeutschland, die Schauplätze und die dort arbeitenden Kreativen stehen nun mit auf dem Spiel, wenn über Jahre keine neuen Filme entstehen.
Noch vorhandene Folgen lösen das Grundproblem nicht
Zwar existieren von beiden Reihen noch jeweils drei bereits gedrehte, aber noch nicht gesendete Episoden, die bis Ende des Jahres laufen sollen, wie „rp-online.de“ berichtet. Als kurzfristige Überbrückung hilft das dem Programm, doch die strukturellen Probleme bleiben.
Unternehmenssprecher Michael Naumann sprach beim MDR von einer „schmerzenden Entscheidung“ und verwies auf die Einschnitte für Beschäftigte. Besonders heikel ist die Frage, ob nach der Pause überhaupt genug Geld für einen Neustart vorhanden wäre. Genau davor warnen auch Brambach und Gröschel: Aus einer Unterbrechung könnte am Ende ein dauerhaftes Aus werden.