Ein Jahr nach dem Tod von Laura Dahlmeier werden neue Einzelheiten zu ihrer letzten Expedition in Pakistan öffentlich. Im Zentrum steht die ServusTV-Dokumentation „Laura Dahlmeier … einen Schritt zu weit“, die am Montagabend ausgestrahlt wird und bereits am Morgen in der Mediathek verfügbar ist. Darin schildern Beteiligte und Zeugen, was sie kurz vor dem Unglück am Laila Peak erlebt haben. Die Aussagen zeichnen das Bild einer Tour unter extrem schwierigen Bedingungen, geprägt von instabilem Wetter, Lawinengefahr und einer Lage, die sich offenbar von Tag zu Tag zuspitzte.
María Martín warnte Laura Dahlmeier im Basecamp
Besonders eindringlich sind die Schilderungen der spanischen Bergsteigerin María Martín, die Dahlmeier wenige Tage vor dem Unglück im Basecamp traf. Das Wetter sei äußerst wechselhaft gewesen, mit nur kurzen sonnigen Phasen und anhaltendem Regen, wie Bild berichtet.
Martín schilderte die Situation so: „Das Wetter war so wechselhaft, wir hatten vielleicht zwei Stunden Sonne pro Tag, sonst nur Regen. Im Basecamp kamen ständig Lawinen runter, Steine und Eis“, so María Martín laut Bild. Ihre Warnung an Dahlmeier und deren Seilpartnerin Marina sei deutlich gewesen, weil sie die Bedingungen für hochgefährlich hielt.
Fotos von Lawinen zeigten die Gefahr am Laila Peak
Nach ihren Angaben versuchte Martín sogar, die Gefahr mit Bildern zu verdeutlichen. In einfachem Englisch habe sie erklärt, dass die Lage zu gefährlich und ein Aufstieg unmöglich sei. Zudem habe sie Fotos von Lawinen gezeigt, um ihre Warnung zu unterstreichen.
Besonders bedrückend ist ihr Hinweis, dass die schlimmsten Lawinen erst niedergingen, nachdem Dahlmeier das Basecamp bereits verlassen hatte. Damit wird deutlich, wie unberechenbar die Bedingungen am Berg gewesen sein müssen und wie schnell sich die Lage weiter verschärfte.
Alan Rousseau schildert den Fund am Unglücksort
Auch Alan Rousseau, der an der Rettungsmission beteiligt war, kommt in der Dokumentation zu Wort. Seine Beschreibung des Fundorts gehört zu den schwersten Momenten des Films. „Zuerst sahen wir nur das Zelt und dann sahen wir Lauras leblosen Körper“, sagte Alan Rousseau laut Welt.
Dahlmeier habe noch im Seil gehangen. Der Schnee um sie herum sei, so schildert es Rousseau, völlig schwarz gewesen von Fels, Schlamm und Dreck, die die Wand hinabgestürzt waren. Diese Szene macht deutlich, mit welcher Wucht sich das Unglück ereignet haben muss.
Retter entschieden sich gegen eine Bergung
Nach intensiven Beratungen fiel schließlich eine Entscheidung, die die Dimension der Gefahr unterstrich. Die Retter verzichteten auf einen Bergungsversuch, weil ein Einsatz an dieser Stelle zu riskant gewesen wäre. Rousseau schildert in der Dokumentation, dass sämtliche Möglichkeiten geprüft worden seien.
Am Ende sei allen klar gewesen, dass jeder weitere Zugang zum Unglücksort das Leben der Helfer bedrohen würde. Die Aussagen aus dem Film geben damit nicht nur Einblick in Dahlmeiers letzte Expedition, sondern auch in die dramatischen Abwägungen, die nach dem Unglück getroffen werden mussten.