Schon an warmen Tagen im Februar können Zecken 2026 aktiv sein – die Saison beginnt damit deutlich vor dem klassischen Frühjahr. Fachleute beobachten seit Jahren eine Verschiebung hin zu fast ganzjähriger Aktivität, weil bereits Temperaturen um 3 bis 5 Grad ausreichen, damit der Gemeine Holzbock auf Wirtssuche geht, meldet br.de. Die Auwaldzecke ist noch kälteresistenter und kann sogar um den Gefrierpunkt unterwegs sein. Für Verbraucher bedeutet das: Spaziergänge im Wald, Stadtparks oder im hohen Gras bergen länger ein Infektionsrisiko für FSME und Borreliose als früher angenommen.

FSME-Impfung 2026 rechtzeitig planen

FSME ist eine Virusinfektion des Gehirns, gegen die eine gut wirksame Impfung existiert. Wegen des vorgezogenen Saisonbeginns empfehlen Fachleute, die Grundimmunisierung – drei Teilimpfungen – möglichst im Januar und Februar abzuschließen oder fehlende Dosen nachzuholen. Auffrischungen sind bei Erwachsenen in der Regel alle fünf Jahre nötig, ab 60 Jahren alle drei. Kommt es trotz lückenhaftem Impfstatus zu einem Stich, sollte die FSME-Impfung rasch nachgeholt und gegebenenfalls in ein Schnellimmunisierungsschema gewechselt werden. Parallel bleibt ärztliche Kontrolle wichtig, da die Spritze nicht vor anderen Erregern schützt.

Borreliose erkennen und Zecken richtig entfernen

Borreliose wird von Bakterien ausgelöst; hier gibt es derzeit keinen Impfstoff, Infektionen lassen sich aber in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Ein typisches Frühzeichen ist ein roter Fleck um die Einstichstelle, der von innen nach außen verblasst, sodass ein Ring zurückbleibt. Bei diesem Symptom ist ein sofortiger Arztbesuch ratsam. Verbraucher sollten nach jedem Aufenthalt im Freien den Körper sorgfältig absuchen. Entdeckte Tiere werden mit einer speziellen Zeckenzange hautnah gefasst und gerade herausgezogen, ohne Öl oder Klebstoff zu verwenden, da solche Mittel die Erregerabgabe fördern können. Anschließend gehört die Einstichstelle desinfiziert und in den nächsten Tagen beobachtet.

Mildere Winter, längere Zeckenjahre

Nach Angaben von Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim wird seit Jahren eine deutliche Winteraktivität der Zecken registriert, meldet br.de. Vor allem das Nymphenstadium des Holzbocks übersteht milde Winter besser und tritt im Frühjahr in größerer Zahl auf. Gleichzeitig verzeichnete Bayern 2024 mit 311 FSME-Fällen den zweithöchsten Wert seit Einführung der Meldepflicht 2001. Für 2025 und 2026 rechnen Experten erneut mit hohen Fallzahlen, ohne eine genaue Prognose abgeben zu können. Das Robert Koch-Institut sieht ganz Deutschland als FSME-Risikogebiet mit deutlichen regionalen Unterschieden und geht von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Für Verbraucher bleiben konsequenter Impfschutz, Zeckenkontrollen und regionale Infoservices entscheidend.