Hubert Aiwanger (55) soll tot sein. Das berichtet die „Bild“, eine offizielle Bestätigung steht noch aus. Wer ist der Mann, der Bayern seit Jahren polarisiert?

Vom Hof in die Politik

Aiwanger wurde am 26. Januar 1971 in Ergoldsbach geboren und wuchs auf dem Schweinezuchthof seiner Eltern in Rahstorf bei Rottenburg an der Laaber (Niederbayern) auf. Nach dem Abitur 1990 und dem Wehrdienst studierte er Agrarwissenschaften in Weihenstephan und wurde Agraringenieur. Jahrelang bewirtschaftete er den Hof mit den Eltern. Er ist Jäger und engagierte sich in der Freiwilligen Feuerwehr.

Der Aufstieg

2006 wurde er Landeschef der Freien Wähler, 2008 zog er in den Landtag ein, 2010 übernahm er den Bundesvorsitz. Seit November 2018 war er stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister unter Markus Söder (CSU), auch nach der Wahl 2023. Mit Volksbegehren machte er sich einen Namen, etwa gegen Studiengebühren und für das G9.

Die größten Aufreger

  • Flugblatt-Affäre (2023): Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete über ein antisemitisches Flugblatt aus Aiwangers Schulzeit. Er gab zu, Exemplare in der Schultasche gehabt zu haben, bestritt aber die Urheberschaft. Sein Bruder bekannte sich später als Verfasser. Söder legte ihm 25 Fragen vor und ließ ihn im Amt. Bei der Landtagswahl legten die Freien Wähler danach zu. Die Affäre wirkt bis heute nach: Im August 2026 meldete „Junge Freiheit“ unter Berufung auf dpa neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg gegen einen pensionierten Lehrer, der Details aus dem Fall weitergegeben haben soll.
  • Erding-Rede (2023): Aiwangers Auftritt bei einer Demo gegen das Heizungsgesetz sorgte für scharfe Kritik. Die CSU ging auf Distanz, Söder grenzte sich deutlich von der AfD ab.
  • Dauerstreit mit der CSU: Im Dezember 2024 warf er dem Koalitionspartner schmutzige Wahlkampfmethoden vor, im März 2025 verglich er CDU und CSU wegen neuer Schulden mit „Heiratsschwindlern“.
  • Streit um Atomkraft (2026): Er zweifelte an Söders Plänen für kleine Atomreaktoren und forderte Gaskraftwerke.
  • Zuletzt: Im Oktober 2026 erklärte er die Freien Wähler zwei Jahre vor der Landtagswahl auf Erfolgskurs und attackierte die CSU. Zuletzt hatte er sich zudem für ein Ende der CO2-Steuer eingesetzt und Berlin für Jobverluste verantwortlich gemacht.