Heute wäre Boxtrainer Fritz Sdunek 79 Jahre alt geworden. Für viele Fans des Sports ist dieser Tag eng mit Erinnerungen an einen Mann verbunden, der Weltmeister formte und dabei selbst nie das Rampenlicht suchte.

Vor allem für Vitali und Wladimir Klitschko war der gebürtige Lüssower weit mehr als ein Coach. Er galt als ruhiger Fachmann, als psychologisch starker Begleiter und als Mensch, der in einer oft lauten Branche mit Bescheidenheit auffiel. Sein Tod im Dezember 2014 traf die Boxwelt deshalb besonders hart.

Boxtrainer Fritz Sdunek prägte die Klitschko-Brüder

Sdunek führte zahlreiche Profis zu großen Titeln, doch seine Verbindung zu den Klitschkos hatte eine besondere Tiefe. Vitali Klitschko arbeitete während seiner gesamten Profilaufbahn nur mit ihm zusammen, auch Wladimir stand viele Jahre unter seiner Anleitung. Damit wurde Sdunek zu einer Schlüsselfigur einer Ära, die den Schwergewichtsboxsport lange bestimmte.

Seine sportliche Bilanz war außergewöhnlich: Auch Dariusz Michalczewski, Felix Sturm, Ralf Rocchigiani, Zsolt Erdei, Juan Carlos Gomez und Artur Grigorian gewannen unter seiner Regie Weltmeisterschaften. Er galt als einer der einfühlsamsten Trainer seines Fachs.

Vitali Klitschko nannte Fritz Sdunek einen Vater

Wie eng das Verhältnis war, zeigte sich auch in den Worten seiner Schützlinge. Fritz sei wie ein Vater zu ihm gewesen sagte Vitali Klitschko damals. Dieser Satz beschreibt mehr als sportlichen Respekt. Zwischen Trainer und Boxer entstand über viele Jahre ein Vertrauensverhältnis, das im Profisport selten ist.

Sdunek war für seine Athleten nicht nur Taktiker am Ring, sondern oft auch Stütze in schwierigen Momenten. Gerade Vitali blieb ihm vom Profidebüt bis zum Karriereende eng verbunden. In einer Welt voller Härte stand Sdunek für Ruhe, Disziplin und menschliche Nähe.

Hautkrebs stellte Fritz Sdunek vor seinen schwersten Kampf

Abseits des Rings musste Sdunek einen Kampf führen, den lange nur wenige kannten. Bei ihm wurde Hautkrebs diagnostiziert, eine Krankheit, gegen die er sich zunächst erfolgreich stemmte. In seiner Biografie sprach er offen über die seelische Belastung dieser Zeit und darüber, wie tief ihn die Diagnose traf.

Der Trainer, der so viele Boxer durch Drucksituationen geführt hatte, geriet selbst an seine Grenzen. Dennoch arbeitete er weiter, blieb für seine Sportler da und trug sein Leiden über Jahre weitgehend im Stillen. Später kehrte die Krankheit zurück und überschattete seine letzten Lebensjahre.

Herzinfarkt beendete Fritz Sduneks Leben im Dezember 2014

Sein Tod war von tragischen Umständen begleitet. Nach einem Herzinfarkt in seinem Feriendomizil auf Gran Canaria wurde Sdunek nach Hamburg gebracht und dort behandelt. Nach einer Operation schien sich sein Zustand zunächst zu bessern, die Entlassung aus der Klinik stand bereits bevor. Dann trat erneut Kammerflimmern auf. Trotz langer Reanimationsversuche starb er am 22. Dezember 2014.

Offiziell galt der Herzinfarkt als Todesursache, doch sein Gesundheitszustand war auch durch die Krebserkrankung schwer belastet. Rund 500 Trauergäste verabschiedeten ihn später in Hamburg, wo seine Bedeutung für den Boxsport noch einmal deutlich wurde.