Roger Cicero starb am 24. März 2016 im Alter von 45 Jahren an den Folgen eines Hirninfarkts. Besonders berührend bleibt sein letzter Fernsehauftritt wenige Tage zuvor: Am 18. März sang der Musiker im Bayerischen Fernsehen den Sinatra-Klassiker „I've Got A Crush On You“ live auf der Bühne. Es war sein letzter Auftritt überhaupt. Nur wenige Tage später verlor Deutschland einen großen Künstler.

Roger Cicero sang zuletzt in der Abendschau des BR

Seinen letzten Auftritt absolvierte der Jazzmusiker in der „Abendschau“ des Bayerischen Fernsehens in München. Dort gratulierte er Frank Sinatra mit einem Song zu dessen 100. Geburtstag. Auch sein Projekt „Cicero sings Sinatra“ stand zu dieser Zeit im Mittelpunkt.

Die Tour hatte er im Herbst begonnen, im November 2015 aber wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms und des Verdachts auf eine Herzmuskelentzündung unterbrechen müssen. Im April 2016 sollte sie fortgesetzt werden.

Einen Tag später traten akute Symptome auf

Nur einen Tag nach dem Fernsehauftritt traten akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarkts auf. Roger Cicero kam in eine Hamburger Klinik, wo sich sein Zustand rasch verschlechterte. Er starb am Abend des 24. März im Kreis seiner Familie, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben, wie sein Management erklärte.

„Wir sind fassungslos und unendlich traurig. Unser Mitgefühl gilt in erster Linie seiner Familie“, so das Management in einem offiziellen Statement. Hinterlassen hat der Musiker einen damals siebenjährigen Sohn.

Auch sein Vater Eugen Cicero starb früh

Zu den besonders tragischen Punkten in seiner Familiengeschichte gehört der Tod seines Vaters Eugen Cicero. Der Jazzpianist erlitt mit 57 Jahren einen Schlaganfall und starb früh. Roger fand ihn damals leblos im Schlafzimmer. „Ich glaube, dass er immer damit gerechnet hat, dass ihn das gleiche Schicksal ereilen könnte“, offenbarte Produzent Roland Spremberg in der Doku „Cicero - zwei Leben, eine Bühne“.

Schon als Elfjähriger stand Roger Cicero im Vorprogramm von Helen Vita auf der Bühne. Später wurde er am Hohner-Konservatorium in Trossingen in Klavier, Gitarre und Gesang ausgebildet und studierte anschließend Jazzgesang in den Niederlanden.

Vom Swing-Star bis zum ESC für Deutschland

Im Lauf seiner Karriere spielte er unter anderem mit dem Horst-Jankowski-Trio und dem Eugen-Cicero-Trio, später gründete er 2003 sein eigenes Quartett. Mit Swing, deutschen Texten sowie Einflüssen aus Pop und Soul wurde er einem großen Publikum bekannt.

Sein Album „Männersachen“ aus dem Jahr 2006 verkaufte sich über eine Million Mal. 2007 vertrat er Deutschland beim Eurovision Song Contest mit „Frauen regier’n die Welt“. Zu seinen weiteren Stationen gehörten Auftritte in Montreux, bei Live Earth und vor dem Dalai Lama. Sein letzter Song im Fernsehen blieb ein Sinatra-Klassiker.