Schauspielerin und Model Sharon Tate galt in den sechziger Jahren als große Hoffnung in Hollywood – jung, strahlend, erfolgreich. Mit nur 26 Jahren stand sie kurz davor, Mutter zu werden und privat wie beruflich ein neues Kapitel zu beginnen.
An der Seite von Regisseur Roman Polanski lebte sie in Los Angeles ein glamouröses Leben, nachdem sie sich zunächst als gefragtes Model einen Namen gemacht hatte. Doch in einer Augustnacht 1969 wurde aus dem Traum ein Albtraum: Sharon Tate und weitere Menschen wurden in ihrem Haus brutal ermordet – ein Verbrechen, das Hollywood bis heute beschäftigt.
Sharon Tate startet als Model und Schauspielerin durch
Bevor Sharon Tate vor der Kamera spielte, arbeitete sie erfolgreich als Model. Sie zierte die Titelseiten bekannter Magazine und wurde zu einem gefragten Gesicht in der Modewelt. Ihr markantes Aussehen und ihre Ausstrahlung öffneten ihr die Türen nach Hollywood. Dort bekam sie erste Rollen und zeigte schnell, dass sie mehr als nur ein Fotomodel war. Der Wechsel vom Laufsteg auf die Leinwand gelang ihr Schritt für Schritt, bis sie schließlich größere Filmangebote erhielt und sich in der Branche etablierte.
Durchbruch mit „Die furchtlosen Vampirkiller“
Unter der Regie von Regisseur Roman Polanski gelang Sharon Tate 1967 der große Durchbruch. In der Horrorkomödie „Die furchtlosen Vampirkiller“ kombinierte sie ihre Schönheit mit präzisem komödiantischem Timing und bewies, dass sie als Schauspielerin ernst genommen werden musste. Der Film machte sie einem internationalen Publikum bekannt und brachte ihr viel Anerkennung in Hollywood ein.
Am Set lernte sie Polanski auch privat näher kennen – aus der beruflichen Zusammenarbeit entwickelte sich eine Beziehung, die schnell zu den meistbeachteten Liebesgeschichten der damaligen Filmwelt zählte.
Hochzeit mit Polanski und Schwangerschaftsglück
Sharon Tate und Regisseur Roman Polanski heirateten am 20. Januar 1968 in London. Kurz nach der Trauung zog das Paar nach Los Angeles, wo es sich ein gemeinsames Leben aufbaute. Anfang 1969 gab die Schauspielerin ihre Schwangerschaft bekannt, das Paar erwartete sein erstes Kind.
Während Polanski für Dreharbeiten in England war, blieb Tate in der gemeinsamen Villa in den Hollywood Hills. Nur wenige Tage vor dem errechneten Geburtstermin passierte das Unvorstellbare.
Charles Mansons Sekte und die Mordnacht von 1969
In der Nacht zum 9. August 1969 schickte Sektenführer Charles Manson mehrere Anhänger zu einem Haus in Los Angeles, in dem früher Produzent Terry Melcher gelebt hatte. Aus Rache für eine gescheiterte Musikkarriere hatte Manson dieses Anwesen im Visier, doch das Haus gehörte inzwischen Roman Polanski und Sharon Tate.
Die hochschwangere Schauspielerin wurde dort zusammen mit Star-Friseur Jay Sebring, Schauspieler Wojtyck Frykowski, dessen Freundin Abigail Folger und Besucher Steven Earl Parent grausam getötet. Am nächsten Abend verübten Mitglieder der Manson-Gruppe weitere sogenannte Ritualmorde. Erst drei Monate später wurden Manson und seine Anhänger verhaftet und später wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Manson starb 2017 im Gefängnis.
Roman Polanski spricht über seinen Verlust
Roman Polanski befand sich während der Tatnacht in England und erfuhr aus der Ferne von dem Blutbad. In einem Interview mit der „Welt“ beschrieb er später, wie sehr ihn der Verlust von Sharon Tate und ihres ungeborenen Kindes geprägt hat. „Es war grauenvoll. Es war ein so typisches amerikanisches Verbrechen. Es war zu schrecklich, um es zu begreifen“, erklärte der Regisseur.
Er schilderte, dass sein Leben seitdem auf merkwürdige Weise verzerrt worden sei und er sich oft missverstanden fühle. Sharon Tate wurde gemeinsam mit ihrem Kind auf dem Holy Cross Cemetery in Culver City beigesetzt – ihr früher Tod gilt bis heute als eines der erschütterndsten Kapitel der Hollywood-Geschichte.