Der Berliner Star-Friseur Udo Walz starb 2020 im Alter von 76 Jahren und hinterließ eine große Lücke in der deutschen Promi-Welt. Sein Ehemann Carsten Thamm-Walz bestätigte den Tod gegenüber der „Bild“-Zeitung. Demnach erlitt Walz zwei Wochen zuvor einen Diabetes-Schock und fiel ins Koma, aus dem er nicht mehr erwachte. „Udo ist friedlich um 12 Uhr eingeschlafen“, so Thamm-Walz.
2008 hatte das Paar seine Lebenspartnerschaft in Berlin eintragen lassen. Noch kurz vor seinem Tod arbeitete Walz in seinem Salon am Berliner Kurfürstendamm und gab sich nach außen optimistisch.
Udo Walz’ letzter Kampf mit Diabetes
Walz litt seit Ende der 80er Jahre an Diabetes Typ 2, ausgelöst durch einen schweren seelischen Schock. „Das wissen viele nicht, dass das auch dadurch passieren kann. Durch den Selbstmord meines ehemaligen Partners“, erklärte der Friseur laut „Bunte“.
Er lebte mit einer Insulinpumpe und versuchte, seinen Alltag so normal wie möglich zu gestalten. Ärzte sprechen bei extremen Blutzuckerschwankungen von einer hyperglykämischen Entgleisung, die in ein diabetisches Koma führen kann. Genau ein solcher Diabetes-Schock wurde Walz am Ende zum Verhängnis.
Einige Monate vor seinem Tod erklärte er noch, dass er auf einen Rollstuhl angewiesen sei. Es wäre jedoch „alles in Ordnung“ – eine kleine Operation am Fuß nach einer missglückten Pediküre sei der Grund gewesen, offenbarte er der „Bild“.
Trotz seiner Erkrankung zeigte sich der Friseurmeister nach außen lebensfroh. In einem Interview im Sommer 2019 sagte er: „Ich lebe so gern. Ich möchte ganz lange leben“, berichtete „Bunte“.
Vom schwäbischen Azubi zum Promi-Friseur
Geboren in Waiblingen, begann Walz mit 14 Jahren eine Ausbildung zum Friseur in Stuttgart. Seine Gesellenprüfung bestand er nur knapp – als drittschlechtester von 600 Prüflingen. Doch Ehrgeiz und Talent führten ihn zunächst in den Schweizer Nobelort St. Moritz, wo er sich „Monsieur Boris“ nannte. Dort saß dann auch Filmlegende Marlene Dietrich auf seinem Frisierstuhl. Später arbeitete er für Modedesigner wie Wolfgang Joop, Jil Sander und Jean-Paul Gaultier. In den 60er Jahren zog es ihn nach West-Berlin, wo er 1968 seinen ersten Salon am Kurfürstendamm eröffnete und sich zur festen Größe der Society-Szene entwickelte.
Angela Merkel, Romy Schneider und ein besonderer Humor
Zu seinen Kundinnen zählte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihren markanten Schnitt entwickelte Walz Schritt für Schritt, weil sie sich nur vorsichtige Veränderungen wünschte. Seine Lieblingskundin war jedoch „Sissi“-Star Romy Schneider, die er besonders diskret behandelte.
Nach seinem Tod meldeten sich zahlreiche Prominente zu Wort. Comedian Oliver Kalkofe schrieb auf Twitter, heute X: „Sehr traurige Nachricht (…) Gute Reise, Udo. Mach den Engeln die Haare schön!“ Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf dankten ihm auf Facebook für „all die Lacher“ und die gemeinsamen Momente, Moderatorin Katja Burkard würdigte seine Ehrlichkeit, Gastfreundschaft und Einzigartigkeit.
