Udo Lindenberg muss einen schweren privaten Verlust verarbeiten. Der Musiker verabschiedete sich auf Instagram von seinem ältesten Jugendfreund Clemens „Clemi“ Buss, mit dem ihn eine Geschichte verband, die bis in die Kindheit zurückreichte. Zu einem gemeinsamen Schwarz-Weiß-Foto schrieb der 80-Jährige: „Clemi und Udo, die Jungs aus der Gartenstraße, mein längster Jugendfreund, schon aus Kindertagen.“ Dazu kam ein weiterer Satz, der die enge Bindung der beiden deutlich macht: „Wir sehen uns wieder. Im Himmel gibt es auch eine Gartenstraße“, so Udo Lindenberg.
Udo Lindenberg und Clemens Buss wuchsen in Gronau auf
Der Ursprung dieser Freundschaft liegt in der westfälischen Stadt Gronau. Clemens Buss wohnte direkt gegenüber vom Elternhaus des späteren Musikers in der Gartenstraße. Aus Nachbarskindern wurden enge Freunde, die sich über Jahrzehnte nicht verloren.
Schon früh spielte Musik in ihrem Alltag eine Rolle. Gemeinsam mit anderen Jungen bastelte Udo Lindenberg erste Trommelstöcke aus Zweigen und Grünkohlstrünken und trommelte auf Fässern und Tonnen. Später gründeten Lindenberg und Buss sogar eine Schüler-Jazzband, aus der sich die Leidenschaft für Bühne und Schlagzeug weiterentwickelte.
Clemens Buss erinnerte an die wilden Jugendjahre
Wie eng die Verbindung blieb, zeigte sich auch Jahre später. Als Udo Lindenberg 2016 die Ehrenbürgerschaft von Gronau feierte, sprach Clemens Buss über gemeinsame Erlebnisse aus jungen Jahren. „Die erste Flasche Bier, die haben wir zusammen geklaut“, sagte Clemens Buss damals.
Gleichzeitig beschrieb er den Musiker mit einem Satz, der viel über ihr Verhältnis verrät: „Er steht zu seinem Wort. Immer“, wie Focus berichtet. Solche Erinnerungen zeigen eine Freundschaft, die nicht nur auf gemeinsamer Herkunft beruhte, sondern auch auf großem gegenseitigem Vertrauen.
Gronau blieb für Udo Lindenberg ein fester Anker
Obwohl Udo Lindenberg Gronau schon als Teenager verließ, blieb die Verbindung zur Heimat stets stark. In einem früheren Gespräch machte er deutlich, welchen Platz die Stadt in seinem Leben behielt. Hamburg und Berlin seien seine „Panikzentralen“, doch auch Gronau gehöre fest dazu.
Besonders wichtig blieb ihm der Kontakt zu alten Freunden, vor allem zu Clemens Buss. Auch die Familie Buss tauchte in Lindenbergs Geschichte mit der Stadt mehrfach auf. So begann seine Tour „Sündenknall“ 1985 mit einem Konzert in der Halle des Textilbüros Buss, später unterstützte das Unternehmen auch den Aufbau der Udo-Lindenberg-Statue.
Clemens Buss blieb auch Teil von Lindenbergs Lebensgeschichte
Clemens Buss war nicht nur ein Freund aus frühen Jahren, sondern auch ein wichtiger Zeitzeuge in Lindenbergs Biografie. Er wirkte im Dokumentarfilm „Udo und ich – Ganz mein Ding“ mit und kam zudem in Berichten und Podcasts über den Musiker zu Wort. Dort erzählte er von der gemeinsamen Vergangenheit und von einer Verbindung, die fast acht Jahrzehnte überdauerte.
Nun endet dieses lange Kapitel mit einem stillen Abschied. Zurück bleibt das Bild zweier Jungen aus der Gartenstraße, deren Freundschaft für Udo Lindenberg offenbar weit mehr war als eine Erinnerung an früher.