Die Nachricht vom Tod von Tony Wilson bewegt Fans britischer Soul- und Popmusik weit über Großbritannien hinaus. Der Musiker, Songwriter und Mitgründer von Hot Chocolate starb im Alter von 89 Jahren in seinem Zuhause in Trinidad, wie „People“ berichtet.

Wilson prägte den Sound der Band entscheidend mit und schrieb gemeinsam mit Errol Brown Songs, die bis heute zum festen Repertoire der Popgeschichte zählen. Besonders „You Sexy Thing“ wurde zu einem internationalen Dauerbrenner, doch auch abseits dieses Titels hinterließ Wilson ein vielseitiges musikalisches Erbe mit Einflüssen aus Soul, Reggae, Rock und Disco.

Tony Wilson stirbt mit 89 Jahren in Trinidad

Bestätigt wurde der Tod durch seine Familie in sozialen Netzwerken. Sein Sohn Danny Wilson fand sehr persönliche Worte für den Abschied. „Worte werden meiner Bewunderung für ihn als Mensch oder seiner Hingabe, seinen Traum zu verwirklichen und seine Songs hörbar zu machen, nicht gerecht“, schrieb er.

Besonders eindrücklich sei für ihn gewesen, alte Tagebücher aus den frühen 1970er-Jahren zu lesen. Darin habe sich gezeigt, wie hart Tony Wilson für seinen Platz in der Musikbranche arbeitete – mit Tourneen, Rückschlägen, Radioshows und akribischer Dokumentation seiner Verkäufe.

Hot Chocolate begann mit Errol Brown und John Lennon

Wilson wurde in Trinidad geboren und spielte zunächst in Gruppen wie The Flames, The Souvenirs und The Corduroys, bevor er Ende der 1960er mit Errol Brown Hot Chocolate gründete. Der entscheidende Karriereschritt kam, als eine Reggae-Version von „Give Peace a Chance“ an John Lennon geschickt wurde. Lennon gab grünes Licht, und damit öffnete sich der Weg zum Label Apple.

Später arbeitete die Band mit Produzent Mickie Most zusammen und entwickelte einen unverwechselbaren Stil. In Großbritannien landete die Gruppe über 15 Jahre hinweg jedes Jahr mindestens einen Hit.

„You Sexy Thing“ machte Tony Wilson weltweit bekannt

Zu Wilsons größten Erfolgen zählt ohne Frage „You Sexy Thing“, das 1975 erschien und in den USA bis auf Platz drei der Charts kletterte. Der Song erlebte Jahrzehnte später neuen Aufschwung, als er im Film „Ganz oder gar nicht“ zu hören war.

Auch „Emma“ wurde zu einem wichtigen Titel in der Bandgeschichte. Wie bbc.com berichtet, schrieb Wilson zudem Material für andere Künstler, darunter Herman’s Hermits, Mary Hopkin, Julie Felix und Mavis John. Damit reichte sein Einfluss deutlich weiter als die eigene Bandkarriere.

Streit um Tantiemen führte zum Abschied von der Band

Trotz des Erfolgs blieb die Geschichte von Hot Chocolate nicht frei von Spannungen. Ursprünglich war Wilson als Frontmann vorgesehen, konnte bei frühen Aufnahmen jedoch wegen vertraglicher Bindungen nicht selbst singen. Dadurch rückte Errol Brown dauerhaft in den Mittelpunkt. Später kam es zum Bruch, unter anderem wegen Tantiemen für „You Sexy Thing“, das zunächst nur als B-Seite gedacht war.

Wilson verließ die Band Mitte der 1970er und startete solo neu. Seine Alben „I Like Your Style“ und „Catch One“ blieben kommerziell hinter den großen Bandjahren zurück, doch sein Name bleibt eng mit einer Ära verbunden, die britische Popmusik nachhaltig geprägt hat.