Dalida (†54) war weit mehr als eine Chanson- und Schlagerikone. Die in Kairo geborene Sängerin mit italienischen Wurzeln prägte über Jahrzehnte die Musikszene in Frankreich, Deutschland und weit darüber hinaus. Ihre tiefe Stimme, das rollende R und ihre divenhafte Präsenz machten sie unverwechselbar. Woran ist sie am Ende gestorben?

Tragischer Tod: Dalida starb nach Jahren persönlicher Krisen

Hinter dem Glanz stand ein Leben voller schwerer Einschnitte. Mehrere Männer, die ihr nahestanden, nahmen sich das Leben, darunter Luigi Tenco (†28) und später ihr Ex-Mann Lucien Morisse (†41). Diese Erfahrungen stürzten Dalida in tiefe Depressionen; auch sie selbst unternahm einen Suizidversuch.

Am Ende starb die Sängerin an einer Überdosis Schlaftabletten und hinterließ einen Abschiedsbrief. Darin schrieb sie: „Das Leben ist mir unerträglich, vergebt mir“, wie „Welt“ berichtet. Ihr Tod machte sie endgültig zu einer der tragischsten Figuren der europäischen Popgeschichte.

Sängerin Dalida begann als Miss Ägypten

Geboren wurde Dalida als Iolanda Cristina Gigliotti in Kairo, als Tochter eines Konzertmeisters und einer Schneiderin. Nach dem Titel als Miss Ägypten zog sie nach Paris, eigentlich mit dem Ziel, Schauspielerin zu werden.

Als sich der Weg ins Filmgeschäft als schwierig erwies, nahm sie Gesangsstunden und trat in Cabarets auf. Der Durchbruch kam kurz darauf mit „Bambino“, das sie zum Star machte. Es folgten Titel wie „Gondolier“, „Paroles, paroles“ mit Alain Delon und in Deutschland „Am Tag, als der Regen kam“.

Dalidas Bruder beschreibt drei Phasen ihrer Karriere

Ihr Bruder und Manager Orlando (89) teilte ihr Leben in mehrere künstlerische Etappen. Auf die erste, helle und unbeschwerte Phase folgte eine dunklere, nachdenkliche Zeit, in der Lieder wie „Je suis malade“ entstanden.

„Meine Schwester war nachdenklicher. Sie vergrub sich in Büchern und brachte ihre tragischen Erfahrungen als Kunst auf die Bühne“, so Orlando laut „taz.de“. Später erfand sie sich noch einmal neu und wurde mit tanzbaren Songs zur Disco-Diva. Gerade diese Wandlungsfähigkeit machte Dalida für viele zum Ausnahmefall der Popkultur.

Dalida bleibt in den Erinnerungen von Film und Musik

Auch Jahrzehnte nach ihrem Tod ist ihre Präsenz in Frankreich ungebrochen. In Paris erinnert eine Büste auf dem Montmartre an sie, an ihrem Grab liegen regelmäßig Blumen, und ein Biopic widmete sich ihrer Einsamkeit, ihrer Suche nach Liebe und ihrem Verhältnis zur Bühne.

Dazu kommt ihr enormes Werk mit Liedern in zahlreichen Sprachen und Millionen verkauften Tonträgern. Dalida galt in Frankreich über Jahre als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Landes. Ihre Geschichte ist damit nicht nur die eines Stars, sondern auch die einer Frau mit tiefen inneren Konflikten.

Hier bekommen Sie umgehend Hilfe

Wenn Sie selbst depressiv sind, Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.