Eishockeyspielerin Daria Gleißner (32) steht vor einem Kapitel, auf das sie mehr als ein Jahrzehnt hingearbeitet hat. Die Sportlerin führt inzwischen als Kapitänin die deutsche Frauen-Nationalmannschaft an und ist in Mailand bei Olympia 2026 dabei, um sich ihren Lebenstraum zu erfüllen. Ihre Karriere war bislang vor allem von einem schweren Schicksalsschlag geprägt.

Unfall: Daria Gleißner stürzt 2014 kurz vor Olympia

Der Wendepunkt in Daria Gleißners sportlicher Laufbahn liegt im Januar 2014. Das Ticket für die Olympischen Winterspiele in Sotschi ist gebucht, die Koffer sind gepackt, die Vorfreude riesig. Doch in einem Testspiel gegen die USA kommt es zum heftigen Sturz. Die Diagnose: Bruch eines Halswirbels.

Statt ins Olympische Dorf wird die damals 21-Jährige ins Krankenhaus gebracht, ihr Traum zerbricht buchstäblich auf dem Eis. „Das war natürlich sehr bitter“, erinnert sie sich im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“. In dem Moment habe sie jedoch vor allem Erleichterung gespürt, „dass nichts Schlimmeres passiert war.“

Nächster Schock: Herzmuskelentzündung stoppt Comeback-Pläne

Der mühsame Weg zurück in den Spitzensport zieht sich über Jahre. Gleißner kämpft sich in die Nationalmannschaft zurück, doch 2021 folgt der nächste Rückschlag: Eine Herzmuskelentzündung zwingt sie erneut zu einer langen Pause, wieder kurz vor einer Olympia-Qualifikation. Erneut ist der Traum von der Teilnahme geplatzt.

Sieben Monate darf sie keinen Hochleistungssport betreiben. „Ich habe einige Höhen, aber auch einige Tiefen erlebt“, sagte sie im Gespräch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund. Gerade diese Erfahrungen machen sie heute zu einer Führungsspielerin, die im Team als Beispiel für Durchhaltevermögen gilt.

Daria Gleißner will Frauen-Eishockey stärken

Mittlerweile trägt Daria Gleißner die Verantwortung als Kapitänin der Nationalmannschaft. Für sie geht es in Mailand nicht nur um Medaillen oder Platzierungen, sondern auch um die Zukunft ihres Sports in Deutschland. „Olympia wird für das Frauen-Eishockey in Deutschland sehr wichtig“, betont sie laut „Spiegel“.

Sie hat miterlebt, wie aus einem weitgehend amateurhaften Umfeld ein professionelleres System entstanden ist. Die Spielerinnen sind athletischer, die Trainingsbedingungen besser – dennoch kämpft der Sport weiterhin um Sichtbarkeit, Nachwuchs und finanzielle Sicherheit.

Daria Gleißner: Besondere Kette als persönlicher Glücksbringer

Ein kleines Schmuckstück begleitet Gleißner auf diesem Weg: eine feine Kette mit den fünf olympischen Ringen. Sie wurde aus Gold gefertigt und ist ein Geschenk ihrer Oma – ein sehr persönlicher Talisman, der sie an den lange verschobenen Traum erinnert.

Wenn Gleißner in Mailand endlich bei Olympischen Spielen auf dem Eis steht, trägt sie nicht nur die Hoffnungen ihres Teams, sondern auch diese Familiengeschichte bei sich. Nach zwölf Jahren voller Rückschläge, Operationen und Pausen könnte die Verteidigerin damit zu einer der prägenden Figuren des deutschen Frauen-Eishockeys werden.