Schauspielerin Sabine Sinjen (†52) gehörte über Jahrzehnte zu den markanten Gesichtern des deutschen Films und Fernsehens. Schon früh fiel sie mit ihrem natürlichen Spiel auf und fand ihren Platz zwischen Kino, Bühne und Hörfunk. Ihr Tod traf viele Weggefährten hart, denn Sinjen arbeitete weiter, obwohl sich ihr Gesundheitszustand längst deutlich verschlechtert hatte.
Sabine Sinjen: Krebserkrankung veränderte ihr Leben
Mitte der achtziger Jahre erlitt Sabine Sinjen einen schweren gesundheitlichen Einschnitt. Wegen eines Karzinoms an der Tränendrüse musste sie mehrfach operiert werden und verlor ein Auge. Dennoch setzte sie ihre Arbeit fort und stand weiterhin auf der Bühne sowie für Fernsehproduktionen vor der Kamera.
Oft trug sie eine Augenklappe, die sie mit ihrem Haar verdeckte. Diese Konsequenz zeigte, wie stark ihr Wille war, den Beruf weiter auszuüben. Auch als Sprecherin blieb sie präsent und las zwischen 1988 und 1993 Geschichten für die Hörfunkreihe „Ohrenbär“ ein.
Sabine Sinjen starb mit nur 52 Jahren
Im Lauf der folgenden Jahre verschlechterte sich ihr Zustand zunehmend. 1995 erlag Sabine Sinjen schließlich ihrer Krebserkrankung und starb mit nur 52 Jahren. Ihr früher Tod beendete eine Karriere, die von Wandelbarkeit und Ausdauer geprägt war.
Zurück blieb nicht nur die Erinnerung an viele Rollen, sondern auch an eine Künstlerin, die selbst unter schwersten Bedingungen weiterarbeitete. Sabine Sinjen hinterließ einen Sohn. Jahre nach ihrem Tod erhielt sie zudem eine Gedenktafel am theater itzehoe, ihr schriftlicher Nachlass wird in der Akademie der Künste in Berlin bewahrt.
Sabine Sinjen begann früh beim NWDR
Geboren wurde Sabine Sinjen 1942, ihre Kindheit verbrachte sie in Hamburg und München. Ihr Vater kehrte nicht aus dem Krieg zurück, ein Verlust, der ihre frühen Jahre prägte. Schon als junges Mädchen zeigte sich ihr Talent beim Kinderfunk des NWDR.
Ihre Ausbildung erhielt sie später bei Else Bongers, einer angesehenen Schauspiellehrerin. Den Einstieg ins Kino schaffte sie 1957 mit „Die Frühreifen“. Dort spielte sie die Figur Hannelore an der Seite von Heidi Brühl und Peter Kraus und machte damit früh auf sich aufmerksam.
Sabine Sinjen suchte bewusst anspruchsvolle Rollen
Auf einfache Festlegungen wollte sich die Schauspielerin nie reduzieren lassen. Statt dauerhaft ähnliche Figuren zu spielen, entschied sie sich für vielseitigere Aufgaben. 1961 debütierte sie am Berliner Schillertheater in „Frühlings Erwachen“, was ihrer Theaterlaufbahn wichtigen Schub gab.
Große Popularität erreichte sie zudem im Fernsehen und im Film, etwa als Filmtochter von Gustav Knuth in „Alle meine Tiere“ sowie in „Alle Jahre wieder“. Auch in ernsteren Stoffen überzeugte sie, unter anderem in „Grauroter Morgen“ aus der Reihe „Der Kommissar“.