Schauspieler Bobby J. Brown, der in der HBO-Kultserie „The Wire“ den Polizisten Bobby Brown verkörperte, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Laut People Magazine kam er bei einem Feuer in einer Scheune im US-Bundesstaat Maryland ums Leben.
Browns Tochter erklärte dem US-Portal TMZ zufolge, ihr Vater habe versucht, ein Fahrzeug zu überbrücken, als das Gebäude plötzlich in Flammen stand. Er starb an einer Rauchvergiftung, seine Frau Arlene erlitt Verbrennungen. Die Behörden gehen von einem tragischen Unfall aus. Familie, Weggefährten und Fans trauern um den markanten Charakterdarsteller.
„The Wire“-Cop Bobby J. Brown stirbt mit 62 Jahren
In „The Wire“, geschaffen von Autor und Produzent David Simon, war Bobby J. Brown in insgesamt 12 Episoden der fünf Staffeln zu sehen. Die HBO-Serie lief von 2002 bis 2008 und gilt bis heute als Meilenstein des Qualitätsfernsehens.
Seine Figur als Polizist aus Baltimore war eine Hommage an einen echten Streifenbeamten namens Bob Brown. Durch seine authentische Präsenz verlieh der frühere Boxer der Rolle eine besondere Härte und Glaubwürdigkeit. Auch Jahre nach dem Ende der Serie blieb seine Darstellung unter Fans des Crime-Dramas in Erinnerung.
Vom Golden-Gloves-Boxer zum Schauspieler
Robert Joseph Brown wurde in Washington, D.C. geboren und wuchs dort auf. Schon als Jugendlicher stand er im Boxring und brachte es zu einer beeindruckenden Amateurbilanz von 73 Siegen bei 13 Niederlagen. Er gewann fünf Golden-Glove-Titel und traf gleich dreimal auf den späteren Box-Superstar Pernell „Sweet Pea“ Whitaker – einmal verließ er den Ring als Sieger.
Wie hollywoodreporter.com meldet, unterschrieb Brown bei Trainer Carmen Graziano. Während der Dreharbeiten zum Boxfilm „Homeboy“ mit Mickey Rourke, bei dem Kämpfer aus Grazianos Stall eingesetzt wurden, entdeckte er seine Leidenschaft für die Schauspielerei und wurde an der renommierten American Academy of Dramatic Arts in New York aufgenommen.
TV-Rollen in „Homicide“, „The Corner“ und „We Own This City“
Sein TV-Debüt gab Brown 1998 in einer Episode der NBC-Serie „Homicide: Life on the Street“, an der David Simon als Autor und Produzent beteiligt war. Die Zusammenarbeit setzte sich fort: Brown spielte in der HBO-Miniserie „The Corner“ (2000), die das harte Leben in Baltimores Drogenszene zeigt, und kehrte 2022 in Simons Miniserie „We Own This City“ erneut ins Baltimore-Universum zurück.
Darüber hinaus hatte er Gastauftritte in „Law & Order: SVU“ und der Polit-Satire „Veep“. Im Kino war er unter anderem in „City by the Sea“ (2002), „My One and Only“ (2016), „Fishbowl“ (2018), „Miss Virginia“ (2019), „Really Love“ (2020) und „Off-Time“ (2022) zu sehen.
Dokumentarfilmer und geschätzter Charakterdarsteller
Neben seiner Arbeit vor der Kamera engagierte sich Bobby J. Brown auch hinter ihr. Er führte Regie bei zwei Dokumentarfilmen: „Off the Chain“ (2005) über American Pit Bull Terrier und „Tear the Roof Off: The Untold Story of Parliament Funkadelic“ (2016), einer Doku über die legendäre Funkband.
Sein Talentagent Albert Bramante würdigte ihn in einem Statement, aus dem People Magazine zitiert: „Wir sind zutiefst betrübt über den Verlust von Bobby J. Brown. Bobby war ein außerordentlich talentierter Schauspieler, der jede Rolle mit seltener Hingabe und Leidenschaft anging. Er war ein wahrer Profi und eine Freude für unsere Agentur.“ Bramante bat zugleich darum, die Privatsphäre der Familie in dieser schweren Zeit zu respektieren.