Die britische Schauspielerin Jane Lapotaire, die in der Netflix-Serie „The Crown“ Prinzessin Alice von Battenberg verkörperte, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Wie unter anderem die britische Zeitung Daily Mail berichtet, starb sie bereits am 5. März, ihre Familie machte die Nachricht jedoch erst später öffentlich. Die Royal Shakespeare Company (RSC) würdigte die Bühnen- und Filmschauspielerin als „wirklich brillante Schauspielerin“, deren Karriere sich über mehr als sechs Jahrzehnte erstreckte. Die Todesursache wurde nicht bekannt gegeben. Lapotaire hinterlässt ihren Sohn Rowan Joffe, Drehbuchautor und Regisseur.
Jane Lapotaires Weg von Bristol nach „The Crown“
Jane Lapotaire wurde am 26. Dezember 1944 im englischen Ipswich geboren und stand ab Mitte der 1960er-Jahre auf der Bühne. Ihren Anfang nahm ihre Laufbahn 1965 am Bristol Old Vic, wo sie als Ruby Birtle in „When We Are Married“ auftrat und zwei Jahre blieb, wie Daily Mail meldet.
1970 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des renommierten Young Vic Theatre in London. 1974 schloss sie sich der Royal Shakespeare Company an und spielte dort unter anderem Viola in „Was ihr wollt“. Später folgten große Shakespeare-Rollen wie Gertrude in „Hamlet“ an der Seite von Kenneth Branagh.
Durchbruch mit „Marie Curie“ und „Piaf“
Ihren großen Durchbruch im Fernsehen erlebte Lapotaire 1977 mit der Titelrolle in der BBC-Miniserie „Marie Curie“, die sie einem breiten Publikum näherbrachte.
Im selben Zeitraum entstand auch ihre wohl prägendste Theaterarbeit: In Pam Gems’ Stück „Piaf“ verkörperte sie Chansonsängerin Édith Piaf bei der Royal Shakespeare Company. Mit der Produktion ging sie an den Londoner West End und anschließend an den Broadway. Für diese Rolle erhielt sie 1979 den Olivier Award als beste Schauspielerin und 1981 den Tony Award. Ein Fan schrieb laut Daily Mail rückblickend, ihre Piaf sei „roh, verletzlich, erschütternd“ gewesen.
Prägende Rollen in „Downton Abbey“ und „The Crown“
Neben der Bühne prägte Jane Lapotaire auch Film und Fernsehen. 1981 spielte sie Cleopatra in der BBC-Produktion „Antony and Cleopatra“, später trat sie in dem Historienfilm „Lady Jane“ als Königin Maria auf.
Einem jüngeren Publikum wurde sie vor allem durch ihre Auftritte in großen TV-Produktionen vertraut. In „Downton Abbey“ übernahm sie im Weihnachtsspecial 2014 die Rolle von Prinzessin Kuragin, einer früheren Rivalin von Violet Crawley. In „The Crown“ stellte sie Prinzessin Alice von Battenberg dar. Ein Zuschauer schrieb laut mirror.co.uk: „Sie war großartig als Alice von Battenberg in ‚The Crown‘.“
Gesundheitliche Krise, Ehrung und letzte Auftritte
Im Januar 2000 erlitt Jane Lapotaire in Paris eine Hirnblutung, als sie sich auf einen Shakespeare-Unterricht an einer internationalen Schule vorbereitete. Sie musste zwei große Operationen überstehen und lag fast vier Wochen auf der Intensivstation. Ihre Erfahrungen verarbeitete sie in den Memoiren „Time Out of Mind“, die 2003 erschienen.
Trotz dieser schweren Krise kehrte sie auf die Bühne zurück und stand noch 2015 für die RSC in „Heinrich V.“ als Königin Isobel auf der Bühne.
2025 wurde sie zur Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt; im Februar 2026 nahm sie die Auszeichnung auf Schloss Windsor persönlich entgegen, wie Daily Mail berichtet. Kolleginnen wie Schauspielerin Carol Drinkwater verabschiedeten sich auf Social Media: „Ich bewunderte sie für die Qualität ihrer Arbeit und die kämpferische Frau, die sie war.“