Erst eine Woche vor ihrem Geburtstag, am 19. April, wurde der neue Krimi „Innere Angelegenheiten" ausgestrahlt – ein Quotenhit. Doch ein wahres Karriere-Highlight liegt schon viele Jahre hinter ihr.

2009 holte sich kein Geringerer als Quentin Tarantino die damals 37-Jährige für seinen Welterfolg „Inglourious Basterds" vor die Kamera. Eine kleine Rolle nur, aber für die Schauspielerin ein riesiger Moment. Und der war erst der Anfang einer Karriere, die internationaler werden sollte, als sich viele vermuten. 2023 war sie im Berlinale-Hit „Das Lehrerzimmer" zu sehen – jenem Film, der es 2024 sogar bis zur Oscar-Nominierung als „Bester Internationaler Film" schaffte.

Eva Löbau: Die Österreicherin aus dem Schwarzwald

Ihre Geschichte beginnt am 26. April 1972 in Waiblingen bei Stuttgart. Eva selbst bezeichnet sich liebevoll als „das dritte Kind österreichischer Gastarbeiter". Ihre Eltern – eine katholische Religionslehrerin und ein Informatiker – waren aus Österreich nach Schwaben gekommen. Aufgewachsen ist Eva im idyllischen Plochingen am Neckar.

Nach dem Abitur folgte der erste große Karriere-Knick. Eva schrieb sich für Philosophie an der Humboldt-Universität in Berlin ein. Drei Jahre lang philosophierte sie. Dann brach sie alles ab – und entschied sich für die Bühne. 1993 ging sie nach Wien ans renommierte Max-Reinhardt-Seminar, später noch an die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Ein Studienabbruch, der zur besten Entscheidung ihres Lebens werden sollte.

Eva Löbau und ihr Tatort-Schwarzwald

Den Durchbruch beim großen Publikum verdankt Eva Löbau ihrer Schwarzwald-Rolle als Franziska Tobler. Seit 2017 ermittelt sie an der Seite von Hans-Jochen Wagner als Friedemann Berg in den dunklen Tälern des Schwarzwalds. Die Tatort-Folgen sind regelmäßige Quotenhits, die Chemie zwischen Löbau und Wagner gilt als eine der besten Ermittlerpaarungen der Krimi-Reihe.

Dabei war sie eigentlich nur die Notlösung. Ursprünglich wurde im Tatort-Team Schwarzwald nämlich ein anderer großer Name angekündigt: Talkmaster Harald Schmidt. Schmidt sollte den Kriminaloberrat Gernot Schöllhammer spielen. Doch er sagte kurz vor Drehbeginn ab. Stattdessen rückten Eva Löbau und Hans-Jochen Wagner als eigentliches Ermittlerteam in den Mittelpunkt – und wurden zum Glücksgriff. Ein weiterer Schwarzwald-Tatort mit dem Arbeitstitel „Sharenting" steht für 2027 bereits in den Startlöchern.

Eva Löbau: Die Frau, die schweigt

Was Eva Löbau zur Ausnahme im deutschen Boulevard-Geschehen macht: Sie schweigt. Über ihr Privatleben ist nahezu nichts bekannt. Ob sie verheiratet ist, ob sie Kinder hat, ob sie eine große Liebe hat oder eine schmerzhaft verlorene – die Schauspielerin lebt zurückgezogen in Berlin und hält ihr Leben konsequent außerhalb der Schlagzeilen.

Was bekannt ist: Eva war von 2018 bis 2020 festes Ensemblemitglied der berühmten Münchner Kammerspiele und ist aktuell auch am Schauspielhaus Zürich zu sehen. „Auf tragische Frauenfiguren versteht sich Eva Löbau", schrieb der Deutschlandfunk einmal über sie. Aber genauso meistert sie auch komödiantische Rollen – etwa als Tante Rose Schultze in der ZDF-Erfolgsreihe „Familie Bundschuh", in der sie seit 2015 dabei ist.

Eva Löbau 2026: Auf der Höhe ihrer Karriere

2025 stand sie für „Luisa" und „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" vor der Kamera. 2026 läuft der Kinofilm „Etwas ganz Besonderes" an, in dem sie unter der Regie von Eva Trobisch die Rolle der Kati spielt. Im Mai ist sie als prominenter Gast beim 22. Deutschen FernsehKrimi-Festival in Wiesbaden eingeladen.

Mit 54 Jahren steht Eva Löbau also auf dem Höhepunkt einer Karriere, die nie laut, aber immer beeindruckend war – und die Beweis dafür ist, dass man auch im deutschen Boulevard-Land erfolgreich sein kann, ohne sein Privatleben dem Publikum auf dem Silbertablett zu servieren.